Vorstellungsgespräch QuereinsteigerEs gibt sehr viele Menschen, die mit Ihrem Job unzufrieden sind. Sei es, weil es kaum Aufstiegsmöglichkeiten gibt oder weil das Finanzielle einfach nicht mehr passt. Vielleicht befinden Sie sich gerade in genau dieser Lage und möchten den Beruf wechseln. Sie sind sogar schon einen Schritt weiter und haben die schriftliche Bewerbung schon hinter sich. Fehlt noch das Vorstellungsgespräch als Quereinsteiger. Doch wie können Sie trotz fehlender Qualifikationen überzeugen?

Das und mehr erfahren Sie in diesem Beitrag. Sie werden wissen, wie Sie sich am besten auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten können, um den Personaler zu überzeugen. Nicht zuletzt helfen Ihnen die Beispielfragen und Antworten dabei. Damit können Sie beruhigt in das Interview hineingehen und Ihr Ziel erreichen.

Lesen Sie, was ein Quereinsteiger ist und welche Gründe es für den Wechsel in eine neue Branche geben kann. Lernen Sie etwas über Selbstanalyse und die besten Antworten auf die gängigsten Fragen. Überzeugen Sie sich einfach selbst!

Dann sind Sie ein Quereinsteiger

Sie können sich dann als Quereinsteiger bezeichnen, wenn Sie in einen Beruf wechseln möchten, für den Sie weder eine Ausbildung noch ein Studium absolviert haben. Das heißt, Sie sind vollkommen branchenfremd. In Deutschland ist es üblich, dass man zur Ausübung einer Tätigkeit in den meisten Fällen eine entsprechende Qualifikation nachweisen muss. Trotzdem gibt es aber auch hierzulande für sehr viele Berufe die Möglichkeit, eine Abkürzung zu gehen. In welchen Fällen das notwendig sein kann, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Aber Vorsicht! Es gibt auch zahlreiche geschützte Berufe, die eben nicht jeder ausüben kann, der nicht vorher die nötigen Voraussetzungen erfüllt. Sie können also nicht einfach in jede x-beliebige Branche wechseln, nur weil Sie gerade Lust darauf haben. Oder wollten Sie sich von einem Zahnarzt behandeln lassen, der eigentlich ein Bankangestellter ist? In diese Kategorien fallen vor allem Positionen aus dem medizinischen, psychologischen oder juristischen Bereich, wie zum Beispiel:

Aber auch andere Berufsbezeichnungen können geschützt sein. Informieren Sie sich also im Vorhinein über etwaige Stolperfallen. Um sich gegen die Konkurrenz an qualifizierten Bewerbern durchsetzen zu können, brauchen Sie eine nötige Portion Motivation und Eigeninitiative. Sie müssen dem Personaler deutlich machen, dass er mit Ihnen einen großen Mehrwert für die Firma erhält.

 

Gründe für einen Quereinstieg

Für eine Umorientierung im Job kann es hunderte Gründe geben. Die meisten davon fallen in eine dieser Kategorien. Was auch auf Sie zutrifft, es ist gut, wenn Sie Ihr „Warum“ kennen. Denn das wird mit großer Wahrscheinlichkeit im Vorstellungsgespräch abgefragt werden.

Keine Freude an der Arbeit

Seit langer Zeit schon sind Sie einfach unzufrieden mit Ihrem Job. Sie haben bereits alle möglichen Szenarien im Kopf durchgespielt und Ihnen ist eines ganz klar: Es liegt nicht nur an der Umgebung oder am Team. Ihnen gefällt die ganze Tätigkeit schlichtweg nicht mehr. Jeden Tag kämpfen Sie sich zur Arbeit und hoffen, dass die Zeit schnell vorbei geht. Erkennen Sie sich darin wieder? Dann ist Ihnen die Freude an Ihrem bisherigen Job wohl abhanden gekommen.

Wenig Entwicklungsmöglichkeiten

Schon immer war es Ihr Traum, einmal Karriere zu machen. Von Jahr zu Jahr aufzusteigen und mehr Verantwortung zu übernehmen. In Ihrem derzeitigen Anstellungsverhältnis ist das leider nicht möglich. Auch in einer anderen Firma in gleicher Position stehen die Chancen leider nicht sehr gut. Für Sie bleibt nichts anderes übrig, als sich komplett neu zu orientieren.

Ungünstige Jobaussichten

Vielleicht sind Sie auch momentan arbeitslos und finden nicht mehr in den alten Job zurück. Der Markt ist übersättigt und wenn Sie doch mal eine passende Stellenanzeige finden und sich bewerben, war jemand anderes schneller als Sie. Je älter Sie werden desto niedriger sind Ihre Chancen, in Ihrem Bereich noch einmal Fuß zu fassen. Mit einem Wechsel in ein neues Berufsfeld erhoffen Sie sich bessere Aussichten auf eine neue Anstellung.

Krankheit, Unfall

Unvorhergesehene Ereignisse können schnell dazu führen, das ganze bisherige Leben neu zu überdenken. Hatten Sie einen schweren Unfall oder eine Krankheit, die Sie jetzt untauglich für Ihren erlernten Beruf machen? Stellen Sie sich vor, Sie sind eine ausgebildete Friseurin und bekommen plötzlich eine starke Allergie gegen alle möglichen Haarpflege- oder Färbeprodukte. Das würde das Aus Ihrer Tätigkeit bedeuten. Es sei denn, Sie wollen ab jetzt nur noch Termine vereinbaren. Oder Sie sind Handwerker und haben ein starkes Rückenleiden. Damit können Sie Ihren Job jetzt leider nicht mehr weiterführen und sind gezwungen, sich umzuorientieren.

Private Gründe

Es gibt auch zahlreiche private Gründe, die zu einer Umorientierung im Job führen. Vielleicht ist ein Familienmitglied erkrankt und benötigt nun Ihre Pflege. Das hindert Sie daran, in einem Schichtbetrieb zu arbeiten. Ihr Job ist aber leider auf diese flexible Arbeitszeit ausgelegt. Ein Quereinstieg in einen anderen Beruf könnte Ihre Lösung sein.

Finanzielles

Haben Sie finanzielle Verpflichtungen, die Sie mit Ihrer derzeitigen Arbeit nicht mehr stemmen können? Auch diese können Sie dazu bringen, Ihre Arbeitssituation zu überdenken und einen Wechsel in eine ganz neue Branche in Betracht zu ziehen.

Das Vorstellungsgespräch für Quereinsteiger

Sind Sie zu einem Interview eingeladen worden, darf man Ihnen gratulieren. Nicht jeder fachfremde Bewerber bekommt diese Chance. Seien Sie darauf gefasst, dass man Sie ganz besonders unter die Lupe nehmen wird. Denn mehr als bei anderen Kandidaten möchte der Personaler herausfinden, ob Sie den Anforderungen der Stelle auch wirklich gewachsen sind. Wenn Sie sich jetzt fragen, wie Sie sich darauf vorbereiten, sollten Sie unbedingt weiterlesen.

Recherche

Informieren Sie sich gründlich über das Unternehmen und die Produkte und Dienstleistungen, die es anbietet. Kennen Sie vor allem auch den Beruf, für den Sie sich bewerben. Seien Sie sich klar darüber, was man von Ihnen verlangen wird. Studieren Sie dazu auch das Stellenangebot. Wenn Sie ganz gründlich sein möchten, können Sie auch andere Personen über ihre Erfahrungen befragen, die den gleichen Beruf ausüben.

Mit Erfahrungen Punkte sammeln

Da Ihnen wichtige Qualifikationen fehlen, sollten Sie diese mit praktischen Erfahrungen wieder ausgleichen können. Das können Praktika, Nebenjobs oder andere Tätigkeiten sein, die in Verbindung mit ebendieser Stelle stehen.

Selbstanalyse

Damit Sie sich selbst besser kennenlernen und auch dem Personaler einen umfassenden Eindruck von Ihnen vermitteln können, sollten Sie vorab eine ausführliche Selbstanalyse durchführen. Mit dieser können Sie gezielt Ihre Stärken herausfinden, die Sie im Gespräch gesondert hervorheben. Die folgenden Schritte können Sie gehen:

1. Was wünschen Sie sich?

Gehen Sie einmal tief in sich hinein und überlegen Sie, was Sie sich wirklich von Ihrem Leben und Ihrer Arbeit wünschen. Wie sollte sie sein? Welchen Aufgaben würden Sie gern nachgehen? Welches Umfeld bevorzugen Sie? Bei dieser Übung geht es vor allem darum, dass Sie nicht an das denken, was Ihre Familie oder Ihre Freunde von Ihnen wollen. Es geht ganz allein um Sie!

2. Wie sieht Ihre aktuelle Lage aus?

Werden Sie sich klar darüber, seit wann Sie schon über eine berufliche Veränderung nachdenken. Waren Sie in Ihrem Beruf jemals zufrieden? Wenn ja, dann können Sie sich fragen, was zu Ihrer derzeitigen Unzufriedenheit geführt hat. Können Sie sich auch vorstellen, diesen Job noch weitere Jahre auszuführen?

3. Was können Sie tun, um das zu ändern?

Ist die Antwort auf die letzte Frage „Nein“, sollten Sie schleunigst etwas ändern. Denken Sie daran, was passiert, wenn Sie nichts tun. Manchmal muss der Schmerz über eine Situation erst groß genug werden, damit man ins Handeln kommt. Spielen Sie alle Möglichkeiten durch, die Sie zu Ihrem wahren Ziel führen könnten und notieren Sie sie sich.

4. Optionen überdenken

In einem letzten Step können Sie sich dann die Zeit nehmen, alle Optionen zu überdenken. Das, was Sie am schnellsten zu Ihrem Traumjob bringt, sollten Sie in Angriff nehmen.

 

Fragen im Bewerbungsgespräch meistern und Ihr Ziel erreichen

In diesem Abschnitt lernen Sie einige typische Fragen kennen, die man Ihnen im Vorstellungsgespräch als Quereinsteiger stellen könnte. Sehen Sie sie als eine Inspiration an und bereiten Sie sich auf sie vor. Allgemeine Fragen wie die nach Ihren Stärken und Schwächen sollen hier absichtlich nicht behandelt werden.

Warum wollen Sie in unserem Unternehmen arbeiten?

Schon lange bin ich auf der Suche nach einer beruflichen Herausforderung. Ihr Unternehmen ist international gut aufgestellt. Da auch ich gern mit Menschen in anderen Ländern arbeiten möchte und Sie noch dazu spannende Produkte anbieten, fühle ich mich bei Ihnen bestens aufgehoben.

Wie kommt es, dass Sie den Beruf wechseln möchten?

Schon seit einigen Jahren sehe ich in meinem aktuellen Beruf als Bürokauffrau keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Deshalb habe ich mich für eine Umorientierung entschieden. Ich möchte einfach mein volles Potential ausschöpfen und meine Fähigkeiten erweitern.

Was hat Ihnen an Ihrer alten Stelle nicht gefallen?

Wie schon erwähnt habe ich einfach zu wenig Potenzial zur Weiterentwicklung gesehen.

Welche Qualifikationen oder Fähigkeiten bringen Sie mit, die für diese Stelle nützlich sein könnten?

Es fällt mir sehr leicht, mit Menschen in Kontakt zu kommen und mit Ihnen über die verschiedensten Themen zu sprechen. Kundenakquise wäre also kein Problem für mich. Außerdem habe ich für meinen letzten Arbeitgeber viele Verträge vorbereitet und gegengelesen. Diese Erfahrungen werden mir sicherlich auch in diesem Beruf weiterhelfen.

Haben Sie bereits Erfahrungen in dieser Branche sammeln können?

Tatsächlich arbeitet mein Vater auch im Finanzdienstleistungsbereich. Dort konnte ich ihm schon einige Male über die Schulter schauen. Während der Schulzeit habe ich außerdem ein Praktikum in einer Bank absolviert.

Sind Sie bereit, an Weiterbildungen teilzunehmen?

Natürlich bin ich bereit, an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Ich denke, dass eine ständige Fortbildung immer Teil des Berufslebens sein sollte. Gerade, weil sich auf dem Arbeitsmarkt ständig etwas verändert.

Trauen Sie sich selbst den Quereinstieg zu?

Ich würde unehrlich sein, wenn ich sagte, dass es überhaupt kein Problem für mich ist. Nervosität ist mit Sicherheit vorhanden. Dennoch bin ich absolut davon überzeugt, dass ich mit meinen Kompetenzen und Eigenschaften die Anforderungen an die Stelle erfüllen werde.

 

Welche Chancen Sie haben

In vielen Fällen sind Ihre Chancen auf einen Erfolg bei einem Vorstellungsgespräch als Quereinsteiger weniger schlecht, als Sie vielleicht glauben. Andere Qualifikationen als die anderen Bewerber zu besitzen heißt nicht gleich, dass Sie unterqualifiziert sind. Es kann sogar genau das Gegenteil bedeuten. Vielleicht sind Sie sogar sehr viel besser ausgebildet als Ihre Konkurrenz. Ein Wechsel des Arbeitsfeldes heißt nicht zwingend, dass in dem Job mehr von Ihnen verlangt wird als vorher.

Schauen Sie einmal in die Stellenanzeigen hinein. Dann werden Sie feststellen, dass Quereinsteiger in vielen Branchen äußerst willkommen sind. Das zeigt, dass einige Firmen bereits sehr gute Erfahrungen mit fachfremden Bewerbern gemacht haben. Natürlich kommt es immer auch auf Ihre Vorkenntnisse und Ihr Gesamtbild an. Wenn Sie zum Beispiel als Webdesigner anfangen möchten und vorab noch nie etwas damit zu tun hatten, dann ist eine Einstellung ziemlich unwahrscheinlich. Bleiben Sie also bei allem Optimismus auch realistisch!

 

Tipps

  • Bevor Sie den Quereinstieg wagen, sollten Sie unbedingt ein Praktikum machen. In der Realität sehen die Jobs dann doch weit anders aus, als man es sich vielleicht wünscht.
  • Reden Sie um nichts in der Welt schlecht über Ihren aktuellen Arbeitgeber!
  • Bleiben Sie selbstbewusst und authentisch und wissen Sie, was Sie können!
  • Halten Sie Ihre Online Präsenzen immer auf einem aktuellen Stand.

 

Sie haben gelesen, wie Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch als Quereinsteiger vorbereiten können und was alles dazugehört. Warten Sie also nicht länger und beginnen Sie noch heute mit den Übungen! Viel Erfolg!