Vorstellungsgespräch OptikerSie haben einen Sinn für Ästhetik, sind immer auf dem aktuellsten Stand der Trends und noch dazu handwerklich geschickt? Sie arbeiten gerne mit Menschen zusammen und mögen beratende Tätigkeiten? Dann könnte der Job als Augenoptiker genau das Richtige für Sie sein. Vielleicht haben Sie schon eine erfolgreiche Bewerbung geschrieben und fragen sich jetzt, wie Sie im nächsten Schritt das Vorstellungsgespräch beim Optiker meistern.

Hier erfahren Sie es! Sie werden nicht nur die wichtigsten Fragen kennenlernen, sondern auch Beispiel-Antworten erhalten. Mit beidem können Sie sich perfekt auf Ihr eigenes Gespräch vorbereiten.

Lesen Sie in diesem Beitrag, was Ihre Aufgaben als Optiker sein werden und welche Fähigkeiten Sie im besten Fall vorab schon mitbringen. Lassen Sie sich von den Musterfragen und -antworten inspirieren und holen Sie sich den Job!

Das sind Ihre Aufgaben als Optiker

Der Beruf des Augenoptikers ist sehr vielseitig. Sie üben nicht nur eine handwerkliche, sondern auch eine kaufmännische Tätigkeit aus. Neben dem Anfertigen und der Reparatur von Sehhilfen sind Sie erster Ansprechpartner für Ihre Kunden.

Trends aufspüren

Sie kennen sich mit den verschiedenen Brillenmodellen aus und wissen, welche Brille zu welchem Typ am besten passt. Dafür bleiben Sie immer auf dem aktuellen Stand und kennen sich bestens mit den neuesten Trends auf dem Markt aus. Ob Sonnen-, Gleitsicht- oder Lesebrille, jedes dieser Modelle ist Ihnen bestens bekannt.

Kundenberatung

Wenn Sie Kunden beraten, sind Sie sehr professionell und einfühlsam. Sie wissen ganz genau, zu welcher Haarfarbe, Haarlänge, Nasen- oder Gesichtsform welches Modell gut passt. Das versichern Sie auch der Person, die von Ihnen beraten wird. Schlussendlich geht es darum, den Kunden zufrieden zu stellen sowie gleichzeitig ein Geschäft abzuwickeln und die Verkaufszahlen zu steigern.

Durchführung von Sehtests

Gerade dann, wenn Menschen noch keine Sehunterstützung hatten, müssen Sie besonders umfassend beraten werden. Dazu zählt meist auch ein Sehtest. Mit diesem ermitteln Sie den Dioptrienwert und können herausfinden, ob eine Person zum Beispiel kurz- oder weitsichtig ist. Ebenso muss für die korrekte Anfertigung einer Sehhilfe der Augenabstand gemessen werden.

Verwaltungsaufgaben

Arbeiten im Bereich der Verwaltung gehören ebenso zu Ihrem Tätigkeitsfeld. So kümmern Sie sich beispielsweise um die Überwachung von Zahlungsein- und -ausgängen. Sie managen Lieferungen und ordern neue Bestellungen beim Großhändler. Ebenso vereinbaren Sie Termine für Sehtests oder für das Fertigstellen von Brillenanfertigungen.

Arbeitsort

Es gibt drei Orte, an denen Sie hauptsächlich arbeiten. Das ist zum einen der Verkaufsbereich, in dem Sie wohl die meiste Zeit zubringen werden. Dann sind Sie im Büro tätig und in der Werkstatt. Anstellung finden Sie entweder direkt beim Optiker oder in einer Klinik, die auf die Augen spezialisiert ist. Auch eine Laufbahn als Handelsvertreter ist denkbar.

 

Diese Voraussetzungen sollten Sie erfüllen

Wenn Sie sich für eine Ausbildung beim Optiker interessieren, sollten Sie einige Bedingungen vorab erfüllen. Einige von diesen werden nachfolgend genannt. Dabei kommt es nicht zwingend auf Vollständigkeit an.

Abschluss und Noten

Zwar ist für die Ausbildung als Augenoptiker oder Augenoptikerin kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, doch ein Realschulabschluss wird gern gesehen und erhöht auch Ihre Chancen auf die Stelle. Wenn Sie noch dazu gute bis sehr gute Noten auf Ihrem Zeugnis in den Fächern Mathe, Biologie, Physik und Chemie vorweisen können, stehen die Karten gut für Sie. Gerade in der Berufsschule werden Sie mit jedem dieser Bereiche wieder in Berührung kommen.

Freude an Handwerk und Technik

Technik war schon immer Ihr Ding und Sie sind handwerklich geschickt. Bei der Reparatur von Brillen benötigen Sie diese Fähigkeit beim Kleben, Löten oder Polieren von Brillengestellen und Gläsern.

Genauigkeit

Ein genaues, sorgfältiges und geduldiges Arbeiten ist für Sie kein Problem. Gerade beim Aufarbeiten einer Sehhilfe benötigen Sie außerdem eine ruhige Hand.

Teamplayer

Da Sie in diesem Beruf kein Einzelkämpfer sind, sollte es für Sie bereichernd sein, in einem Team von mehreren Personen zu arbeiten. Es fällt Ihnen leicht, sich zu integrieren und eigene Ideen mit in das Geschäft einzubringen.

Kommunikation

Sowohl mündlich als auch schriftlich können Sie sich sehr gut ausdrücken und es fällt Ihnen leicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Bei der Arbeit als Optiker ist das entscheidend. Schließlich besteht ein Hauptteil Ihrer Arbeit darin, Kunden zu beraten und Ihnen ein geeignetes Brillenmodell oder andere Produkte zu verkaufen.

Ästhetisches Gespür

Sie wissen einfach, was passt. Egal, welcher Typ Mensch vor Ihnen steht, Sie kennen sich aus. Wenn Sie Ihre Kunden beraten, berücksichtigen Sie immer die Individualität eines jeden einzelnen.

 

Ablauf Vorstellungsgespräch Optiker

Das Vorstellungsgespräch als Optiker läuft meist nach einem ähnlichen Schema ab wie die meisten anderen Bewerbungsgespräche auch. Je nachdem, wie groß das Geschäft ist, sprechen Sie entweder direkt mit dem Inhaber oder einem Personal-Verantwortlichen.

Nach einer Begrüßung wird man als erstes sogenannten Small Talk mit Ihnen halten. Dieser dient dazu, die Atmosphäre ein wenig aufzulockern und Ihnen die Nervosität zu nehmen. Stellen Sie sich also auf Fragen oder Aussagen ein wie: „Haben Sie gut hierher gefunden?“ oder „Das Wetter ist heute aber auch echt grauenhaft…“ ein.

Anschließend folgen die Fragen, die auf Ihre Eignung für die Position abzielen. Darunter zählen zum Beispiel Fachfragen oder Fragen zu Ihrer Motivation sowie zu Ihren Soft Skills.

Vorstellungsgespräch Optiker: Wichtige Fragen und mögliche Antworten

In diesem Abschnitt geht es um typische Fragen und Antworten, die man Ihnen im einem Vorstellungsgespräch beim Optiker stellen könnte. Sehen Sie diese Liste nicht als vollständig an, denn jede Gesprächssituation muss individuell betrachtet werden. Dennoch kann Ihnen diese Auflistung einen Eindruck davon geben, was auf Sie zukommen könnte.

Warum möchten Sie als Optiker arbeiten?

Ich mag es sehr an diesem Beruf, dass er eine Mischung aus Verkaufen, Handwerk und Beratung ist. Da ich mich schon immer für alle drei Bereiche sehr interessiert habe, gibt es für mich keinen besseren Beruf. Außerdem konnte ich bei einem Praktikum bei der Firma XY GmbH im Bereich Feinmechanik mein Talent entdecken.

Wieso wollen Sie in unserem Fachgeschäft anfangen?

Da ich selbst Brillenträger bin und bei Ihnen schon mehrfach ausführlich und sehr gut beraten wurde, habe ich den Wunsch, meine Ausbildung in Ihrem Betrieb zu absolvieren. Die guten Erfahrungen als Kunde sind meist Ergebnis einer guten Zusammenarbeit hinter den Kulissen.

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Ich verbinde mit Kritik nicht zwingend etwas Negatives. Vielmehr gehört sie in meinen Augen mit dazu, um Fehler zu erkennen und an sich zu arbeiten. Deshalb kann ich sehr gut mit kritischen Äußerungen umgehen. Eine Voraussetzung ist meiner Meinung nach, dass sie wertschätzend geäußert wird.

Sind lange Öffnungszeiten ein Problem für Sie?

Nein, sie sind kein Problem für mich. Für eine spannende Arbeit bin ich auch bereit, länger zu arbeiten, als es für viele Menschen üblich ist.

Wie verhalten Sie sich, wenn ein Kunde eine Reklamation wünscht?

Ich verhalte mich professionell und höre dem Kunden zunächst zu. Danach versuche ich, gemeinsam mit ihm eine Lösung für das Problem zu finden. Für Unannehmlichkeiten entschuldige ich mich und biete ihm dann eine Lösung in Form einer Rückerstattung oder eines Warengutscheins an.

Welche Werkzeuge sind Ihnen bekannt?

Ich kenne mich sehr gut mit Zangen, Schraubendrehern und Mutternschlüsseln sowie mit Löt- und Messgeräten aus. Ich besitze sogar privat mein eigenes Optiker Werkzeug-Set.

Mit welchen Materialien arbeiten wir hauptsächlich?

Sie arbeiten viel mit Kunststoffen, Glas und Celluloseacetat, das  für die Fassungsherstellung gebraucht wird. Die Kunststoffe verwenden Sie für Brillengläser und Kontaktlinsen. Titan dient ebenso für die Fassungen.

Sind Sie mit Augenkrankheiten vertraut?

Ich habe mich bereits ausgiebig über einige häufig vorkommende Krankheiten am Auge informiert. Das sind zum Beispiel der graue Star, die Bindehautentzündung, grüner Star, trockene Augen, Augenbeschwerden bei Heuschnupfen, diabetische Retinopathie. Details sollten aber immer mit einem fachkundigen Augenarzt abgeklärt werden.

Wie motivieren Sie sich an langen Tagen?

Meist schaue ich mir meine Tages- und Wochenziele an. Ich freue mich immer sehr, wenn ich etwas erreiche.

Welche Stärken und Schwächen haben Sie?

Ich bin handwerklich sehr begabt und habe eine ruhige Hand. Außerdem kann ich gut mit Kunden kommunizieren und schnell ihr Vertrauen gewinnen. Eine meiner Schwächen ist, dass ich mir manchmal zu viele Dinge auf einmal vornehme. Das bringt mich dann schnell durcheinander. Ich arbeite aber bereits daran und bin sicher, das es schon besser geworden ist.

Die Ausbildung

Die Ausbildung als Augenoptiker dauert im Normalfall drei Jahre. Sie zählt zu einer handwerklichen Berufsausbildung. Da sie dual geregelt ist, verbringen Sie jeweils die Hälfte der Zeit in der Berufsschule und die andere Hälfte in Ihrem Ausbildungsbetrieb.

Zum Ende Ihres zweiten Jahres gibt es eine Zwischenprüfung, auch Gesellenprüfung genannt. Diese sollten Sie bestehen, um mit Ihrer Lehre fortfahren zu können. Am Ende absolvieren Sie dann eine Abschlussprüfung.

Sind Sie bereits fertig und möchten sich gern weiterbilden, besteht die Möglichkeit einer Weiterbildung zum Augenoptiker Meister. Alternativ können Sie auch ein Studium beginnen, zum Beispiel im Bereich Augenoptik oder Medizintechnik.

Tipps

  • Informieren Sie sich vorab über Ihren potentiellen Arbeitgeber. Das können Sie zum Beispiel online auf der Internetseite kununu tun.
  • Bei der Bewerbung um eine Ausbildungsstelle ist das Gehalt meist festgelegt. Deshalb müssen Sie im Bewerbungsgespräch nicht zwingend darauf eingehen.
  • Um Ihre Karriere-Chancen noch mehr zu verbessern, können Sie auch ein Training für Einstellungsgespräche absolvieren.

In diesem Artikel haben Sie gelernt, wie das Vorstellungsgespräch als Optiker ablaufen kann und welche Fragen man Ihnen stellen könnte. Die Beispiel-Antworten haben Ihnen gezeigt, was Sie selbst darauf sagen könnten. Sie wissen, was in diesem Job auf Sie zukommen wird und welche Fähigkeiten für die Arbeit und ein positives Bewerbungsgespräch von Vorteil sind. Jetzt liegt es an Ihnen, sich bestens auf das Gespräch vorzubereiten und Ihre Zuhörer ganz von sich zu überzeugen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei!