Eigene Fragen BewerbungsgesprächDie Traumarbeitsstelle ruft, Sie haben eine Einladung zum Jobinterview erhalten und sind mitten in den Vorbereitungen. Dass man Ihnen viele Fragen stellen wird, wissen Sie. Doch wie sieht es eigentlich mit eigenen Fragen im Bewerbungsgespräch aus? Damit kommen Sie nicht weiter und Sie fragen sich, was Sie den Personaler fragen können und was nicht. Ist das überhaupt notwendig?

Das und mehr erfahren Sie in diesem Artikel. Sie werden verstehen, warum eigene Rückfragen sehr bedeutend im Vorstellungsgespräch sind und lesen, welche Fragen Sie Ihrem potentiellen Arbeitgeber stellen könnten. Das wird Ihnen die letzte Sicherheit geben, die Sie gesucht haben.

Lesen Sie, warum es wichtig ist, eigene Fragen zu stellen und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten. Lernen Sie sieben Beispiele mit Erklärungen kennen, anhand derer Sie sich orientieren können. Erkennen Sie außerdem, was Sie lieber nicht ins Gespräch bringen. Kommen Sie mit und sehen Sie selbst!

Darum sind eigene Fragen im Bewerbungsgespräch so entscheidend

Bei dem Gedanken an ein Vorstellungsgespräch ist den meisten Leuten klar, dass man dort viele Fragen beantworten muss. Der Personaler möchte schließlich herausfinden, ob Sie zu der ausgeschriebenen Stelle passen oder nicht. Oft wird dabei vergessen, dass Sie als Bewerber genauso prüfen müssen, inwieweit dieser Job wirklich das richtige für Sie ist. Deshalb sollten Sie sich im Vorfeld nicht nur überlegen, was Sie antworten können, wenn Sie etwas gefragt werden. Genauso wichtig ist, dass Sie auch über eigene Fragen nachdenken.

Sie sollten eine Aufforderung nach Rückfragen deshalb niemals verneinen. Das wirkt nicht nur unvorbereitet, sondern erweckt auch den Eindruck, als seien Sie nicht sehr interessiert an der Stelle. Mit eigenen Fragen zeigen Sie, dass Sie selbstbewusst sind und wissen, was Sie wollen. Sie beweisen dem Personal-Verantwortlichen, dass Sie clever und zielstrebig sind. Sind Sie noch dazu in Ihrer Fragestellung geschickt, können Sie selbst auch mehr über das Unternehmen herausfinden und zum Beispiel erfahren, was Ihre Vorgesetzten wirklich von Ihren Angestellten erwarten.

 

Darauf sollten Sie bei der Wahl eigener Fragen achten

Es geht nicht darum, sich irgendetwas auszudenken, nur damit Sie etwas im Vorstellungsgespräch gefragt haben. Vielmehr sollten Sie bei der Auswahl darauf achten, gezielte Fragen zu stellen. Diese sollten für die Stelle relevant sein. Damit Sie da richtig vorgehen, bekommen Sie in diesem Abschnitt ein paar Tipps.

Offene Fragen stellen

Verzichten Sie auf geschlossene Fragen, die mit einem kurzen „Ja“ oder einem „Nein“ beantwortet werden können und setzen Sie stattdessen auf offene Fragen. Diese bringen Ihren Gesprächspartner zum Reden. Beginnen Sie mit einem Fragewort wie „Was…“ oder „Welcher..“ oder „Wie viele…“

Beispiel: „Wie genau sieht die Einarbeitung in Ihrem Unternehmen aus?“ oder „Wie groß ist das Team, in dem ich arbeiten werde?“

Sinnvolle Fragen

Ganz wichtig ist, dass der Personaler nicht den Eindruck erhält, Sie fragen nur um des Fragens willen. Mit Ihrer Erkundigung sollten Sie glaubhaft zeigen, dass Sie sich wirklich Gedanken gemacht haben und mehr über die zu besetzende Stelle erfahren möchten.

Beispiel: „Sie sagten am Telefon, auch ein früherer Eintrittstermin wäre möglich. Ab wann könnten Sie sich das vorstellen?“

 

Diese 7 Fragen können Sie stellen

Zunächst sollten Sie Ihren potenziellen Arbeitgeber das fragen, was direkt mit dem Unternehmen in einem Zusammenhang steht. Darüber hinaus können Sie folgende sieben Fragen im Vorstellungsgespräch stellen. Beschränken Sie sich am besten auf ein paar wenige. Alle zu stellen wäre vermutlich zu viel des Guten.

1. Welchen Unterschied sehen Sie zwischen einem guten und einem herausragenden Mitarbeiter?

Ob Sie mit einem Personaler oder mit Ihrem direkten Vorgesetzten sprechen. Sie können mit dieser Frage herausfinden, was Ihr potenzieller Arbeitgeber zukünftig von Ihnen erwartet und was gegebenenfalls nicht in der Stellenausschreibung genannt wurde. Auch können Sie an der Antwort schon erkennen, wie Ihre Leistungen und Ihr Können beurteilt werden. Es hilft Ihnen damit auch, sich selbst besser einzuschätzen.

2. Wie sehen die ersten drei Monate in dem neuen Job aus?

Erfahren Sie, was in dem neuen Job auf Sie zukommt und wie eine Einarbeitung in dem Unternehmen abläuft. Finden Sie heraus, welchen Herausforderungen und Schwierigkeiten Sie sich eventuell stellen müssen. Vielleicht beginnt Ihre neue Arbeit mit einem Lehrgang. All das können Sie erfragen. Machen Sie sich ruhig ein paar Stichpunkte. Das hilft Ihnen, sich später an alle wichtigen Details zu erinnern.

3. Bieten Sie Weiterbildungen an?

Mit dieser Rückfrage zeigen Sie, dass sie motiviert sind und den Wunsch haben, sich weiterzuentwickeln. Sie lässt einblicken, ob das Unternehmen langfristig denkt und wie sehr es am Vorankommen seiner Mitarbeiter interessiert ist. Eine Firma, die sich nicht ständig weiterentwickelt, hat normalerweise nur wenig Erfolgschancen.

4. Können Sie mir sagen, wieso diese Stelle vakant ist?

Einen Grund, warum die Position noch frei ist, muss es geben. Vielleicht sind die Anforderungen an den jeweiligen Mitarbeiter zu hoch gewesen und deshalb gibt es einen häufigen Wechsel. Genauso könnte Ihr Vorgänger aber auch in eine andere Abteilung gewechselt sein. Oder der Job wurde ganz neu geschaffen, weil das Unternehmen ebenfalls neu ist oder weil es expandiert. Für Sie ist gut zu wissen, welche Umstände dahinterstecken. Scheuen Sie sich also nicht, nachzufragen.

5. Wie sieht der Zusammenhalt unter den Kollegen aus?

Mit dieser Frage zeigen Sie, dass Sie an der Arbeitsatmosphäre innerhalb des Teams interessiert sind. Es ist es Ihnen wichtig, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und etwas zu erreichen. Sie verfolgen schließlich alle das gleiche Ziel. Unnötiger Stress und Zickereien bremsen nur, auch wenn Sie nicht zu hundert Prozent zu vermeiden sind. Mit einer guten Kommunikationsstruktur lässt sich allerdings vieles im Vorhinein verhindern.

6. Gibt es langfristige Ziele, die Sie als Unternehmen verfolgen?

Für den Personaler ist hier ganz klar zu sehen, dass Sie nicht nur am langfristigen Unternehmenserfolg interessiert sind. Sondern, dass Sie gleichzeitig auch für Ihr eigenes berufliches Leben und Ihre Karriere keine kurzfristigen Pläne schmieden. Das dürfte positiv gewertet werden.

7. Welche Möglichkeiten bietet die Firma, um Familie und Beruf miteinander zu verbinden?

Schlussendlich wollen die meisten Bewerber ein Leben führen, dass sich mit der Familie und dem Privatleben vereinen lässt. Deshalb ist es wichtig zu erfahren, wie das Unternehmen darüber denkt. Ist es doch nicht selten der Fall, dass der Spagat dieser unterschiedlichen Lebensbereiche für viele, gerade Alleinerziehende, kaum mehr machbar ist. Diese letzte Frage ist absolut legitim und verdeutlicht einmal mehr, dass Sie ein ausgeglichener Mensch sind, der Wert auf Privates legt.

 

Fragen, auf die Sie lieber verzichten sollten

Neben den sieben Fragen aus dem letzten Abschnitt, gibt es auch solche, die Sie lieber nicht stellen sollten. Darunter fallen alle Fragen, die Sie sich mit einer gründlichen Recherche selbst beantworten können. Ein guter Personaler weiß, was im Internet zu finden ist und was nicht. Ersparen Sie sich also die Blamage und verzichten Sie nicht auf eine gründliche Vorbereitung. Ansonsten könnten Sie Ihre Chancen selbst zunichte machen.

Diese Beispiel-Fragen sollten Sie möglichst vermeiden, sofern die Informationen öffentlich zu finden sind:

  • Seit wann besteht Ihr Unternehmen?
  • Ist es möglich, auch einmal früher nach Hause zu gehen?
  • Wann beginnen Sie mit der Urlaubsplanung und wann kann ich meine Wünsche äußern?
  • Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?
  • Gibt es noch weitere Filialen?
  • Was verdienen andere Mitarbeiter in gleicher oder ähnlicher Position?
  • Können Sie sehen, ob man im Internet surft?
  • Ab wann kann ich mit einer Gehaltserhöhung rechnen?
  • Bekomme ich einen Firmenwagen?
  • Wie stehen meine Chancen?
  • Wann kann ich mit einer Beförderung rechnen?

So bereiten Sie sich am besten auf Rückfragen vor

Zeigen Sie Ihre Stärken im Vorstellungsgespräch unter anderem dadurch, dass Sie sich bestens auf die Aufforderung nach eigenen Rückfragen vorbereiten. Wie Sie das tun können, lesen Sie in diesem Abschnitt.

Stellenanzeige genau ansehen

Schauen Sie sich noch einmal ganz genau an, welche Anforderungen an die Bewerber in der Stellenausschreibung gestellt werden. Einige Fragen ergeben sich meist schon hier, auf die Sie sonst nicht gekommen wären. Gibt es zum Beispiel Vorschriften, was die Arbeitskleidung angeht und ist Ihnen da etwas unklar? Es könnte angegeben sein, dass Sie in einem Team arbeiten werden. Doch fehlt die Angabe, wie groß dieses ist. Das könnten Sie beispielsweise als Anhaltspunkte für Ihre Fragen verwenden.

Recherche des Unternehmens

Recherchieren Sie im Internet und finden Sie alles heraus, was Sie über das Unternehmen wissen sollten. Wann wurde es gegründet und wie viele Mitarbeiter werden beschäftigt? Welche Dienstleistungen oder Produkte bietet es an und in welcher Branche ist es ansässig? Sie sollten vor allem wissen, wer Ihr persönlicher Ansprechpartner ist. Diesen können Sie dann schon zu Beginn mit Namen ansprechen. Halten Sie während Ihrer Recherche die Augen offen. Vielleicht treffen Sie auf eine Information, über die Sie mehr wissen wollen. Notieren Sie sich Ihre Fragen. Diese können Sie auch ohne Bedenken mit zum Vorstellungsgespräch bringen.

Was wollen Sie?

Überlegen Sie sich einmal in Ruhe, wie Ihre Traumarbeitsstelle aussehen sollte. Notieren Sie sich alle wichtigen Kriterien. Orientieren Sie sich zum Beispiel an diesen Punkten:

  • Welchen Führungsstil wünschen Sie sich von Ihrem Chef?
  • Wie soll Ihr zukünftiger Arbeitsplatz aussehen?
  • Welche Arbeitsatmosphäre ist Ihnen wichtig?
  • Wie sähe ein typischer Arbeitstag für Sie aus?
  • Bevorzugen Sie eine bestimmte Teamgröße?
  • Wie viel Verantwortung können Sie tragen?
  • Welche Aufgaben möchten Sie übernehmen?

Ihre Antworten können Sie ebenso aufschreiben. Vergleichen Sie sie dann mit dem, was Sie bereits über den Job wissen. Alles, was Ihnen unklar ist, könnten Sie als potentielle Frage für das Ende des Bewerbungsgespräches einstufen.

 

Tipps

  • Bereiten Sie sich auch auf die Fragen des Personalers gründlich vor.
  • Denken Sie daran, dass Sie mit Ihren Rückfragen Ihre Stärken und Schwächen betonen können.
  • Gerade als Quereinsteiger lohnt es sich, viele Fragen zu stellen und Engagement zu zeigen.

 

Sie haben gelesen, welche sieben eigenen Fragen Sie im Bewerbungsgespräch stellen können und welche Sie lieber für sich behalten. Sie wissen außerdem, warum diese Rückfragen so wichtig im Auswahlgespräch sind. Wie Sie sich vorbereiten und worauf Sie bei der Wahl Ihrer persönlichen Fragen achten sollten, ist Ihnen ebenso deutlich geworden. Legen Sie noch heute los mit den Vorbereitungen und überzeugen Sie schon bald den Personaler!