Bewerbungsgespräch öffentlicher Dienst: Das kommt auf Sie zu

Aktualisiert am 31. Mai 2021 von Ömer Bekar

Bewerbungsgespräch öffentlicher DienstNicht nur die freie Wirtschaft bietet Ihnen interessante und spannende Jobmöglichkeiten und Perspektiven für Ihre Karriere. Sie sehen das genauso und haben sich deshalb nach Alternativen umgesehen. Mit Ihrer Bewerbung haben Sie sogar schon überzeugt und Sie sind zu einem „Bewerbungsgespräch öffentlicher Dienst“ eingeladen worden. Jetzt fragen Sie sich, was man Sie fragen könnte und wie Sie sich bestmöglich darauf vorbereiten.

Wir verraten es Ihnen. Nicht nur Fragen und Antworten, die typisch für den öffentlichen Dienst sind, werden Sie erhalten, sondern auch viele weitere Informationen, die Ihnen helfen, das Jobinterview mit Ihrem künftigen Arbeitgeber überzeugend zu meistern.

Lesen Sie, welch vielfältige Jobmöglichkeiten der öffentliche Dienst für Bewerber bietet und was man von Ihnen in der Regel erwartet. Lassen Sie sich von den Beispiel-Fragen und Antworten inspirieren und auf Ihr ganz persönliches Gespräch vorbereiten. Erfahren Sie außerdem, mit welchen Vor- und Nachteilen Sie bei einer Beamtenlaufbahn rechnen können.

Der öffentliche Dienst und seine Möglichkeiten

Der öffentliche Dienst ist eine der größten Branchen Deutschlands. Über 4,8 Millionen Menschen sind hier beschäftigt und die Beliebtheit scheint weiterhin ungebrochen. Der Grund, warum so viele Menschen sich einen Job im öffentlichen Dienst wünschen, ist zum Beispiel die Sicherheit des Arbeitsplatzes, das feste Gehalt und eine etwaige Beamtenlaufbahn. Die daraus resultierende Planungssicherheit macht es für viele Bewerber attraktiv, sich um eine Stelle in diesem Bereich zu bemühen.

Das Berufsangebot ist sehr groß und gar nicht so langweilig oder eintönig, wie es in so manchen Köpfen der Leute vielleicht verankert ist. Es erstreckt sich vom Mitarbeiter in der öffentlichen Verwaltung über den gehobenen Dienst bei der Bundesbank bis hin zur Polizei. Zum einen werden die Berufe nach Bund, Ländern und Gemeinden unterschieden und zum andern darin, ob jemand Angestellter oder Beamter ist. Beamte werden beispielsweise nach Beamtenbesoldung bezahlt und Angestellte nach Tarifvertrag. Die meisten Mitarbeiter sind jedoch angestellt.

Klar ist, im öffentlichen Dienst arbeiten Sie für den Staat. Die folgende Liste zeigt einige mögliche Bereiche, in denen Sie tätig werden können.

  • Bildungswesen (Lehrer, Erzieher)
  • Verwaltung
  • Finanz- und Steuerwesen
  • Gesundheitswesen (Krankenschwestern, Ärzte, Pfleger)
  • Wissenschaft
  • Banken und Versicherungen
  • Sicherheitsdienst und Polizei
  • Energiebranche
  • Stadtplanung und Bauwesen
  • Feuerwehr
  • Zoll
  • usw.

Bewerbungsgespräch öffentlicher Dienst: Fragen und Antworten

In diesem Abschnitt wird es praktisch. Sie werden typische Fragen im Vorstellungsgespräch kennenlernen und zusätzlich Antwortmöglichkeiten erhalten. Diese sollen Ihnen zur Inspiration dienen. Lernen Sie sie nicht einfach nur stur auswendig, das würde früher oder später im Gespräch auffallen und negativ auf Sie zurückfallen.

Warum möchten Sie im öffentlichen Dienst arbeiten?

Ich denke, im öffentlichen Dienst verrichtet man nicht nur stur seine Arbeit, sondern leistet zusätzlich einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens. Eine sinnvolle Tätigkeit, die trotzdem die Möglichkeit der beruflichen Entwicklung und des Aufstiegs bietet, war mit bei meiner Berufswahl von Anfang an sehr wichtig.

Wieso haben Sie sich für einen Job in unserer Behörde entschieden?

Ich habe mich bei Ihnen beworben, weil ich die Nähe zum Bürger sehr schätze und weil genau das Ihre öffentliche Botschaft ist. Es gefällt mir, wie Sie organisiert sind und dass Sie Wert auf die regelmäßige Fortbildung Ihrer Mitarbeiter setzen.

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Haben Sie schon Berufserfahrungen sammeln können?

Ja ich habe nach meiner Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte schon drei Jahre in der kommunalen Verwaltung in Musterstadt gearbeitet.

Was würden Ihre Freunde über Sie sagen?

Sie würden vermutlich sagen, dass ich ein strukturierter und organisierter Mensch bin und dass ich meine Ziele strebsam verfolge. Auch schrecke ich nicht vor schwierigen Fragen oder Konflikten zurück. Auf der anderen Seite würden Sie wahrscheinlich erzählen, dass mir das Sprechen vor großem Publikum nicht immer leicht fällt und dass ich in Besprechungen immer eine längere Vorbereitung benötige, um halbwegs entspannt dabei sein zu können. Daran arbeite ich aber bereits.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich möchte in fünf Jahren gern eine Weiterbildung als Wirtschaftsfachwirt beendet haben. Dadurch erhoffe ich mir noch umfangreichere Karrieremöglichkeiten in der öffentlichen Verwaltung.

Würden Sie jemanden melden, von dem Sie wissen, dass er etwas gestohlen hat?

Auch wenn es unter Kollegen einen besonderen Zusammenhalt geben sollte, gibt es meiner Meinung nach Grenzen. Verhält sich jemand offensichtlich falsch und stiehlt etwas, dann halte ich es sogar für meine Pflicht, diesen Vorfall bei meinen Vorgesetzten zu melden. Gleichzeitig würde ich das Gespräch mit der Person suchen, um ihr meine Handlungen zu schildern.

Wie gehen Sie damit um, wenn Sie kritisiert werden?

Solange Kritik konstruktiv geäußert wird, ist sie bei mir immer willkommen. Ich glaube, nur durch die Erkenntnis unserer Schwächen und Fehler können wir auch weiterkommen und in unserem Charakter wachsen. Deshalb sehe ich es gelassen, wenn ich von Kollegen oder Chefs kritisiert werden.

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Was war Ihr bisher größter Fehler und was konnten Sie darauf lernen?

Mein größter Fehler in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn war wohl, dass ich eine Deadline dadurch verpasst habe, dass ich mich auf Kollegen verlassen habe, die keine Verantwortung für das Projekt hatten, das abgeliefert werden sollte. Ich habe daraus gelernt, dass ich für meine Handlungen und Verpflichtungen immer nur selbst verantwortlich sein kann. Das bedeutet für mich auch, dass auch Missgeschicke wie eine verpasste Abgabe allein „auf mein Konto“ gehen können.

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Auf diesen Ablauf können Sie sich einstellen

  • Begrüßung und Small Talk
  • Selbstpräsentation
  • Arbeitgeberpräsentation
  • Fragen und Rückfragen
  • Abschluss und Verabschiedung

Allgemeine Einstiegskriterien für den öffentlichen Dienst

Je nachdem, für welchen Job Sie sich bewerben, sind die Einstiegsvoraussetzungen unterschiedlich. Für manche Berufe benötigen Sie eine Ausbildung und für andere ein Studium. Es kommt auch immer darauf an, ob Sie sich zum Beispiel für den einfachen, mittleren, gehobenen oder höheren Dienst entscheiden. Doch egal, ob Berufsausbildung oder Studium, bei beiden können Sie sich auf eine duale Regelung einstellen. Das bedeutet, dass es sowohl einen theoretischen als auch einen praktischen Teil gibt und beide Teilbereiche sich gegenseitig ergänzen. Was darüber hinaus von Ihnen erwartet wird, lesen Sie in diesem Abschnitt:

  • Sie sind deutscher Staatsbürger. In manchen Fällen ist es auch ausreichend, wenn Sie mindestens eine EU-Staatsbürgerschaft nachweisen können.
  • Gesundheitlich sind Sie fit und können das auch gegebenenfalls durch ein Gesundheitszeugnis nachweisen.
  • In der Vergangenheit haben Sie sich nichts zuschulden kommen lassen und Sie sind frei von jeglichen Vorstrafen.
  • Sie überschreiten nicht das maximale Eintrittsalter für den von Ihnen angestrebten Beruf.
  • Wenn ein Eignungstest oder Assessment Center vorgesehen ist, haben Sie erfolgreich bestanden.
  • Außerdem treten Sie für die im Grundgesetz festgehaltene freiheitliche und demokratische Grundordnung ein.
  • Sie können für eine Ausbildung oder ein Studium den erforderlichen Schulabschluss nachweisen (Einfacher Dienst: Hauptschulabschluss; Mittlerer Dienst: Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung; Gehobener Dienst: Fachhochschul- oder Hochschulreife; Höherer Dienst: Abgeschlossenes Hochschulstudium).
  • Außerdem bringen Sie die sozialen Kompetenzen mit, die in dem jeweiligen Beruf nötig sind, wie zum Beispiel Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit, Durchsetzungsstärke, Empathie, Einsatzbereitschaft usw.

Die wichtigsten Voraussetzungen, die für die meisten Stellen im öffentlichen Dienst gelten, kennen Sie nun. Dennoch sollten Sie zusätzlich im Stellenangebot oder auf der Homepage nachlesen, welche Bedingungen ganz speziell für Sie bei Ihrem potenziellen Arbeitgeber gelten. Werden Sie da nicht fündig, sollten Sie telefonisch nachfragen.

Auch darauf legen Personaler im öffentlichen Dienst Wert

Wenn Sie im öffentlichen Dienst arbeiten, sind Sie Angestellter oder Beamter im Dienste des Staates. Das bedeutet auch, dass man Sie auch als diesen bewertet und beobachtet. Da sollten Sie sich schon im Bewerbungsgespräch mit Ihrem künftigen Arbeitgeber von Ihrer besten Seite zeigen. Legen Sie dabei Wert auf ein eher konservatives und vor allem professionelles Auftreten. Kleiden Sie sich dementsprechend und achten Sie auch bei der Begrüßung und Verabschiedung auf einen festen Händedruck und einen konstanten Blickkontakt. Seien Sie zuvorkommend und höflich.

Die Vor- und Nachteile eines Beamtenstatus

Bei einer Beamtenlaufbahn denken viele Bewerber gleich an die Sicherheit des Jobs und das gute Gehalt. Und ja, als Beamter können Sie viele Vorteile genießen. Dabei dürfen Sie aber nicht vergessen, dass es auch immer Nachteile geben kann. Mit was Sie rechnen können, sollten Sie die Möglichkeit auf eine Karriere als Beamter bekommen, lesen Sie jetzt.

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Diese Fragen kommen auf Dich zu

Diese Fragen wird man Dir im Vorstellungsgespräch stellen. Mach den Online Test

Vorteile

  • Es stehen Ihnen sehr viele unterschiedliche Berufe zur Auswahl
  • Sie genießen einen umfangreichen Kündigungsschutz und damit einen sicheren Arbeitsplatz
  • Feste Arbeitszeiten machen das Leben planungssicher
  • Ihr Gehalt wird zuverlässig am Anfang des Monats gezahlt
  • Sie profitieren von einer unbegrenzten Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
  • Überstunden werden Ihnen bezahlt
  • In regelmäßigen Abständen gibt es immer wieder Fortbildungsmöglichkeiten
  • Familie und Beruf lassen sich sehr gut miteinander vereinbaren

Nachteile

  • Sie haben kein Recht auf Streiks
  • Oft gibt es wenige individuelle Gestaltungsmöglichkeiten
  • In Ihren Aufgaben sind Sie eingeschränkt und haben weniger Freiheiten
  • Die regelmäßige Arbeitszeit ist hoch
  • Sie müssen auch in Ausnahmezuständen verfügbar sein, um im Sinne des Staates zu handeln
  • Je nach Beruf kann Ihr Einkommen geringer als das in der freien Wirtschaft sein
  • Werden Sie krank, kann es sein, dass Sie in Vorleistung gehen müssen

Tipps

  • Da Arbeitgeber im öffentlichen Dienst in der Regel nur Stellen besetzen, die frei geworden sind, können Sie von Initiativbewerbungen meist absehen.
  • Seien Sie bitte pünktlich zum Vorstellungsgespräch da.
  • Bleiben Sie immer ehrlich und authentisch.
  • Halten Sie den Blickkontakt zu Ihrem Gegenüber.
  • Setzen Sie auf eine gute Vorbereitung (zum Beispiel online oder proben Sie das Gespräch mit Freunden)
  • Nehmen Sie Ihren Lebenslauf mit.

Sie wissen jetzt, was beim „Bewerbungsgespräch öffentlicher Dienst“ auf Sie zukommen könnte. Welche Fragen gestellt werden könnten und was Sie antworten könnten, haben wir Ihnen ebenso gezeigt. Jetzt liegt es an Ihnen. Setzen Sie die Tipps in die Tat um und Sie werden sehen, wie entspannt Sie in das Gespräch hineingehen können!