Das Bewerbungsbild

Wie lassen Sie sich ablichten?

Früher war die Sache mit dem Bewerbungsfoto recht einfach. Man ging einfach zum Fotografen vor Ort, ließ sich kurz ablichten und heftete das Bildchen an die Bewerbungsunterlagen. Fertig. Außerdem war auf dem kleinen Format und in der Auflösung sowieso fast nichts zu erkennen. Heute haben sich die Zeiten geändert. Hochauflösende Bilder müssen es sein, mit qualitativer Retusche und bestens ausgeleuchtetem Studio oder einem spektakulären Hintergrund. Statt eines kleinen Hochkant-Formats dürfen es inzwischen auch jegliche anderen Formen sein. Diese ganzen Möglichkeiten können Sie als Bewerber schnell überfordern. Schließlich sollte ein gutes Bewerbungsfoto doch nur eine Ergänzung sein. Oder?

Natürlich ist ein Bewerbungsfoto immer noch „nur“ der i-Tüpfelchen einer professionellen Bewerbung. Tatsache ist aber, dass die Konkurrenz nicht schläft und Bewerbungsunterlagen immer ausgefeilter werden. Da ist es wichtig, sich auch um das Bewerbungsfoto Gedanken zu machen, um direkt Aufmerksamkeit zu wecken und den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen. Hier erfahren sie nicht nur alles rund um das perfekte Bewerbungsfoto, sondern auch, welches Format für Ihre Unterlagen am besten geeignet ist.

Was sagt die Auswahl des Formats eigentlich über Sie als Bewerber aus? Gibt es bestimmte Regeln, die Sie beachten müssen? Wie sollte der Hintergrund eines perfekten Bewerbungsfotos aussehen? Und auf was kommt es am Tag des Fotoshootings wirklich an? Rund um diese Fragen finden Sie hier Antworten. Verpassen Sie außerdem nicht die Tipps zur Wahl des geeigneten Fotostudios.

 

Das Bewerbungsfoto: Welche Message transportieren Sie unterbewusst?

Das primäre Ziel eines Bewerbungsbildes sollte immer sein, einen seriösen und sympathischen Eindruck zu erzeugen. Dazu genüget es aber auch bereits, ein hochwertiges Foto zu erstellen, auf dem Sie gepflegt und freundlich in die Kamera schauen. Ein guter Fotograf aber weiß: Mit einem wirklich guten Bild lassen sich noch sehr viel mehr Botschaften transportieren. Es ist sogar möglich, das Foto direkt auf die Stelle anzupassen und so einen individuell passenden Eindruck zu erzeugen.

Was wussten Sie bereits über die folgenden vier Informationen, die Sie unbewusst mit der Wahl des Formats transportieren?

  1. Je schlichter das Bild und je kleiner das Format gewählt ist, desto kleiner sind in den meisten Fällen die Verantwortung und Herausforderungen einer neuen Stelle. Tatsächlich kommunizieren Sie mit dem Format auch gleichzeitig, inwieweit Sie für Führungspositionen und neue Aufgaben, die vielleicht Ihren Horizont übersteigen, geeignet sind.
  2. Nicht nur die Wahl des Formats, sondern auch die Konzeption des Bildes sagt etwas über Intention gegenüber der betreffenden Stelle aus. Gewagte Farben und Zusammenstellungen, eine kreative Note verraten, dass Sie Ihren neuen Job voller innovativer Ideen und Veränderungen antreten. Das ist nicht bei jeder Bewerbung anzuraten, kann aber in manchen Fällen sehr hilfreich sein.
  3. Der dritte Punkt, der etwas über Ihre Persönlichkeit verrät, ist die Platzierung Ihres Bewerbungsfotos in Ihren Bewerbungsunterlagen. Direkt auf der ersten Seite oder geschickt in den Lebenslauf eingefügt? Liegt der Fokus auf Ihren persönlichen Stärken oder auf Ihrer fachlichen Qualifikation? Achten Sie darauf bei der Entscheidung, wo Sie Ihr Bewerbungsbild einfügen.
  4. Auch wenn Sie sich für das gewagte Querformat entscheiden, bedeutet es nicht automatisch, dass Sie damit auffallen. Hintergrund, Anschnitt und Pose sind die Elemente, die Ihrem Foto Lebendigkeit und Einzigartigkeit verleihen. Diese Komposition sollte immer mit der Wahl Ihres Formats übereinstimmen, damit ein kongruenter Eindruck entsteht.

Größe, Komposition, Platzierung und das Zusammenspiel innerhalb der Bewerbung machen das perfekte Bewerbungsfoto aus, mit dem Sie einen guten Eindruck hinterlassen. Neben diesen grundlegenden Entscheidungen gibt es aber noch mehr Tipps, die es bei Ihrer Auswahl zu beachten gibt.

 

Bewerbungsbilder und Regeln: Darauf müssen Sie achten

Bei aller Kreativität und allen Möglichkeiten, die es heute gibt, um Bewerbungsbilder möglichst einzigartig zu gestalten, existieren trotzdem immer noch „ungeschriebene Gesetze“, die es zu beachten gilt, um ein professionelles Foto zu versenden. Achten Sie daher darauf, nur absolut scharfe Bilder zu verwenden. Verwackelte Bilder können selbst die beste Bewerbung zunichtemachen. Auch Urlaubsbilder sind immer noch ein Ausschlusskriterium.

Auf dem Bild selbst gilt: Weniger ist mehr! Ausgefallene Frisuren oder ein exzentrisches Make-Up können in wenigen Fällen zwar vorteilhaft sein. Generell aber gilt es, schlicht, sympathisch und gepflegt zu erscheinen. Der Blick sollte klar und offen in die Kamera gerichtet sein, wobei der Fokus auf Ihrem Gesicht liegt. Ganzkörperaufnahmen sind, außer bei Bewerbungen in der Modebranche, nicht anzuraten.

Eine weitere Regel, die Sie beachten müssen, um Ihre Bewerbung nicht umsonst zu schreiben, sind die Angaben des Arbeitgebers in der Stellenanzeige. Viele Unternehmen möchten von Ihren Kandidaten keine Bewerbungsfotos erhalten, um nicht gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zu verstoßen. Diesen Wunsch sollten Sie respektieren und mit Ihrem Auftreten bis zum Vorstellungsgespräch warten.

 

Bewerbungsfoto Querformat: Achten Sie auf den Hintergrund

Sie haben eine Stellenanzeige entdeckt, für das Sie in Ihren Unterlagen auch ein Bewerbungsfoto einreichen dürfen und haben sich außerdem entschieden, dass ein ausgefallenes Querformat zu der Stelle passt? Dann gilt es jetzt, vor dem Fotoshooting zu überlegen, welche Komposition am besten zu Ihrer Persönlichkeit und dem angestrebten Arbeitsfeld passt.

Am besten klären Sie diese Fragen vor dem Termin, da im Eifer des Gefechts die besten Ideen meistens auf der Strecke bleiben. Machen Sie sich daher Gedanken über Ihre Pose, den Hintergrund und auch den Anschnitt. Was wollen Sie transportieren. Soll eine Information subtil im Hintergrund zu erkennen sein? Wie platzieren Sie sich auf dem Foto? Für alle Entscheidungen gibt es Vor- und Nachteile. Suchen Sie sich individuell die passende Komposition für Ihr Foto heraus.

 

Das Fotoshooting: 5 Tipps für das perfekte Foto

Wenn Sie nun genau wissen, was Sie vom Fotografen erwarten und wie Sie sich am besten in Szene setzen, gilt es, den wichtigen Termin im Fotostudio auch bestmöglich zu nutzen. Gerade als Laie können Sie allerdings häufig gar nicht wissen, wie viel Sie selbst eigentlich zu einem perfekten Foto beitragen können. Es ist das Handwerk des Fotografen im Zusammenspiel mit Ihrer besten Seite, was ein gutes Bewerbungsbild ausmacht.

  1. Probieren Sie bereits zuhause mehrere Outfits aus, die Sie am Tag des Fotoshootings tragen wollen. Nicht selten ist es genau ihr Lieblingsoutfit, das aber genau auf einem Foto nicht so gut ankommt, wie in echt. Das erfahren Sie nur, wenn Sie bereits zuhause mehrere Outfits testen.
  2. Meiden Sie ein paar Tage vor dem Termin zu starke Sonneneinstrahlung und besuchen Sie kein Solarium. Eine gerötete Haut kann zwar durch eine professionelle Retusche verbessert werden. Trotzdem wird man Ihnen einen Sonnenbrand immer ansehen.
  3. Viele Frauen probieren sich an Haaren und Make-Up ganz neu aus, um ein großartiges Ergebnis zu erzielen. Aber eigentlich wollen Sie doch mitteilen, wie Sie im Alltag aussehen, oder? Außerdem riskieren Sie so ein misslungenes Bild, falls Ihnen die Frisur oder das Make-Up dich nicht steht.
  4. Auch wenn gutes Wetter ist: Mit dem Fahrrad zum Fotoshooting zu fahren, ist keine gute Idee. Kurz nach der Anstrengung haben Sie ein gerötetes Bild, was immer einen negativen Einfluss auf die Bildqualität hat. Nehmen Sie an diesem Tag lieber öffentliche Verkehrsmittel oder reisen Sie mit dem Auto an.
  5. Mehrere Optionen im Hinterkopf sind die beste Strategie um ein gutes Bewerbungsbild zu erhalten. Vielleicht haben Sie sich die perfekte Komposition ausgedacht, aber die Beleuchtung im Studio lässt Ihre Vorstellung nicht zu? Oder es regnet genau an diesem Tag und Ihr Hintergrund ist keine Option? Plan B und C sind daher immer eine wichtige Idee.

Diese fünf Punkte können Sie als Checkliste benutzen, um dem Fotografen den Job zu erleichtern. So stellen Sie außerdem sicher, dass Ihre Investition sich auch langfristig und lohnt und Sie bei eventuellen späteren Bewerbungen immer noch zufrieden mit der Wahl Ihres Bildes sind.

 

Die Wahl des Fotostudios: Investieren Sie Zeit

Viele Bewerber machen einen ähnlichen Fehler: Sie entdecken einen interessanten Job, investieren viel Zeit in eine ansprechende Bewerbung und stellen dann fest, dass noch das Bewerbungsfoto fehlt. Schnell wird in der Nähe nach einem bezahlbaren Fotostudio gesucht und der erstbeste Termin bestätigt. Das Ergebnis ist nur halbwegs zufriedenstellend, aber schließlich kommt es doch auf den Inhalt an, oder?

Das stimmt, aber warum verwenden Sie dann überhaupt ein Bewerbungsfoto? Mit Unterlagen, die Sie nur halbwegs befriedigen, eine Bewerbung abzuschicken, ist schließlich auch keine gute Idee. Vervollständigen Sie daher die Mühe, die Sie bereits in die Unterlagen gesteckt haben mit einem hervorragenden Bewerbungsfoto! Dazu lohnt es sich, Zeit in die Auswahl des richtigen Studios zu stecken. Die folgenden Gründe zeigen Ihnen, warum:

  • ·Gehen Sie persönlich in dem Studio vorbei, in dem Sie Bilder anfertigen lassen wollen. Sagt Ihnen der Stil und die Atmosphäre zu? Haben Sie Gelegenheit, selbst mit dem Fotografen zu sprechen? Nur wenn Sie sich sicher und wohl fühlen, entstehen wirklich gute Bilder.
  • Wie viel Zeit wird Ihnen bei dem Termin eingeräumt? Der Fotograf kann noch so professionell sein: Unter Zeitdruck entstehen gestresste Bilder. Und genau das wollen Sie doch vermeiden.
  • Schauen Sie sich Referenzen auf der Homepage an. Gefallen Ihnen die Konzeptionen und die Hintergründe? So können Sie sich einen ersten Eindruck von dem Angebot machen, das Ihnen zur Verfügung steht.
  • Vergleichen Sie mehrere Anbieter miteinander. Manchmal lohnt es sich auch, einen weiteren Weg zurückzulegen, um ein Bewerbungsbild zu bekommen, dass Sie viele Jahre lang verwenden können.

Mit diesen Tipps sind Sie bestens in der Lage, das geeignete Studio für sich zu finden. Jede Zeit, die Sie in diese Suche investieren, zahlt sich aus. Manchmal sogar in baren Zahlen.

 

Bewerbungsfoto Querformat: Ihre Bewerbung, Ihre Entscheidung!

Sie wissen jetzt, was die Wahl Ihrer Komposition über Sie als Bewerber aussagt. Außerdem wissen Sie, welche Regeln im Bewerbungsprozess hinsichtlich Fotos gelten. Wenn Sie nun noch vor dem Shooting ein paar Tipps beachten und sich genügend Zeit bei der Auswahl des Studios lassen, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen mit dem Bewerbungsfoto, das jeden Personaler überzeugt. Viel Erfolg!