Deckblatt der Bewerbung

Ein Deckblatt kann eine tolle Ergänzung für Deine Bewerbung sein. Doch manchmal ist das Bewerbungsdeckblatt auch überflüssig.

Mit Bewerbungsdeckblatt oder ohne? Diese harmlose Frage löst mitunter hitzige Debatten aus. So gibt es Personaler, die die zusätzliche Seite sehr schätzen und als echte Bereicherung sehen. Für andere Personaler hingegen ist das Deckblatt bei einer Bewerbung unnötiger Schnickschnack und komplett überflüssig.

Für Dich als Bewerber wird es dadurch natürlich nicht einfacher. Solltest Du Deiner Bewerbung ein Deckblatt hinzufügen oder besser nicht? Letztlich triffst Du diese Entscheidung selbst. Und wir nennen Dir alle die Punkte, die Du dabei berücksichtigen solltest.

Titelblatt, Deckseite, Titelbild, Bewerbungsdeckblatt: Für die Zusatzseite in der Bewerbungsmappe gibt es verschiedene Namen. Sie alle bezeichnen eine Art Übersicht, die die Bewerbung optisch abrundet. Gleichzeitig übernimmt das Deckblatt eine ähnliche Funktion wie das Cover bei einem Buch. Sie zeigt dem Personaler nämlich auf, um was und vor allem um wen es in der Bewerbung geht.

Andererseits ist das Deckblatt kein Pflichtbestandteil. Es bleibt Dir selbst überlassen, ob Du Deine Bewerbung um ein Deckblatt ergänzt. Und auch was die Gestaltung angeht, gibt es keine festen Vorgaben. Du musst Dich nicht an irgendwelchen Normen orientieren, sondern kannst Dich gestalterisch austoben. Doch genau das kann die Sache schwierig machen.

Die Inhalte vom Bewerbungsdeckblatt

Bewerbungsdeckblatt

Für das Bewerbungsdeckblatt gibt es keine Norm. Aber einige Inhalte sind typisch.

Welche Angaben Du auf Deinem Titelblatt präsentierst, hängt zum einen davon ab, wo Du Dich bewirbst und um welche Stelle es geht. Zum anderen richten sich die Inhalte nach Deinem Geschmack. Du gestaltest Dein Bewerbungsdeckblatt also grundsätzlich so, wie es Dir am besten gefällt. Allerdings gibt es ein paar Angaben, die wesentliche Bestandteile der Zusatzseite sind. Dazu gehören:

Überschrift

Der Titel lautet meist einfach nur Bewerbung oder auch Bewerbungsunterlagen. Dabei steht die Überschrift entweder ganz oben auf der Seite. Oder die Überschrift ist durch die Position, die Größe oder die Farbe so betont, dass sie sofort ins Auge fällt.

Ausgeschriebene Stelle

Du musst zwar nicht unbedingt angeben, auf welche Stelle oder für welche Position Du Dich bewirbst. Aber wenn Du schon ein Deckblatt hinzufügst, bietet es sich an, diese Informationen mit aufzunehmen. Für den Personaler ist das nämlich nützlich und hilfreich. Außerdem schaffst Du auf diese Weise einen Bezug zur Stelle. Damit wiederum unterstreichst Du den Eindruck, dass es sich nicht um eine Massenbewerbung handelt. Stattdessen vermittelst Du, Du die Bewerbung inklusive Deckblatt speziell für diese Stelle angefertigt hast.

Bewerbungsfoto

Grundsätzlich bist Du nicht verpflichtet, ein Bild in Deine Bewerbung einzufügen. Hierzulande ist ein Bewerbungsfoto aber üblich. Zumal sich der Personaler so im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von Dir machen kann. Wenn Du schon ein Deckblatt erstellst, dann solltest Du Dein Bewerbungsfoto auch hier präsentieren. Dabei kannst Du das Foto oben oder unten und links, rechts oder mittig anordnen. Probier einfach aus, was am besten aussieht.

Kleiner Zusatztipp: Es wirkt ansprechender, wenn Du auf dem Bild in Richtung Bewerbung schaust. Dein Blick sollte nicht von der Bewerbung wegführen. Ist Dein Kopf auf dem Bewerbungsfoto leicht nach rechts geneigt, solltest Du das Foto also eher links anordnen. Geht Dein Blick auf dem Foto hingegen eher nach links, platziere Dein Bild auf der rechten Hälfte des Deckblatts.

Kontaktdaten

Auf dem Deckblatt führst Du Deine Kontaktdaten vollständig und übersichtlich auf. Du nennst also Deinen Namen, Deine Anschrift, Deine Telefonnummer und Deine E-Mail-Adresse. Hast Du eine Homepage oder Accounts bei sozialen Netzwerken, die Du zu Bewerbungszwecken nutzt, kannst Du sie natürlich ebenfalls aufführen.

Inhaltsverzeichnis

Du kannst zusammenfassen, was alles in Deiner Bewerbungsmappe steckt. Sind nur sehr wenige Unterlagen enthalten, kannst Du sie einzeln aufführen. Ansonsten ist es besser, wenn Du die Bewerbungsunterlagen mit Stichworten wie LebenslaufSchulzeugnisseArbeitszeugnisseZertifikate oder Referenzen zusammenfasst. Dadurch wird Dein Inhaltsverzeichnis nicht zu lang und zu unübersichtlich. Achte aber darauf, dass die Unterlagen auch wirklich in der Reihenfolge in die Mappe einsortiert sind, die Du auf dem Deckblatt aufgeführt hast.

Typische Fehler beim Deckblatt

Eigentlich ist es nicht ganz richtig, von Fehlern zu sprechen. Denn für die Zusatzseite gibt es keine Regeln, die Du unbedingt einhalten musst. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die Bewerber immer wieder falsch machen. Damit Dir das nicht passiert, haben wir die größten Stolpersteine für Dich zusammengestellt.

Das Deckblatt ist zu kreativ.

Generell sollte Dein Bewerbungsdeckblatt immer übersichtlich und professionell aussehen. Ein ausgefallenes Layout, viele bunte Farben oder ungewöhnliche Schriftarten können schnell zu viel des Guten sein. Verzichte deshalb besser auf kreative Spielereien. Halte Dein Titelblatt lieber schlicht und funktional. Achte darauf, dass die Optik nicht zu sehr von den Inhalten ablenkt.

Natürlich kannst Du Dich von Deckblatt-Mustern inspirieren lassen. In Deinem Textverarbeitungsprogramm findest Du vielleicht Vorlagen und auch im Internet gibt es verschiedenste Beispiele. Aber übernehme keine Vorlagen 1:1. Gestalte stattdessen ein Muster, das zu Deinem Anschreiben und Deinem Lebenslauf passt. Denn am Ende sollten Deine Bewerbungsunterlagen eine Einheit bilden und wie aus einem Guss aussehen.

Der Stellenbezug ist zu ungenau.

Wenn Du die angestrebte Position angibst, dann achte auf präzise und richtige Angaben. Wiederhole die Positionsbezeichnung in dem Wortlaut, der auch in der Stellenanzeige verwendet wurde. Gibt es eine Referenznummer oder eine Kennziffer zu der Stellenanzeige, dann führe sie mit auf. So erleichterst Du dem Personaler die Zuordnung und schaffst mit Deinem Zusatzblatt einen Mehrwert.

Die Kontaktdaten sind unübersichtlich oder falsch.

Es ist Deine Bewerbung und Du stehst im Mittelpunkt. Deshalb kannst und solltest Du Deinen Namen ruhig optisch hervorheben. Das erreichst Du durch eine größere Schrift, den Fettdruck oder auch eine passende, aber nicht zu schrille Farbe.

Zusätzlich zu Deinem Namen listest Du Deine Kontaktdaten auf. Und das zum einen übersichtlich und zum anderen vollständig. Schließlich soll es der Personaler ja so leicht wie möglich haben, wenn er Dich zum Vorstellungsgespräch einladen will. Das bedeutet aber natürlich auch, dass Du sorgfältig überprüfen solltest, ob sich nicht irgendwo ein Tippfehler oder Zahlendreher eingeschlichen hat. Oder ob Du nicht aus Versehen eine veraltete Handynummer oder E-Mail-Adresse, die es gar nicht mehr gibt, angegeben hast.

Das Motto ist unglücklich gewählt.

Du kannst das Deckblatt nutzen, um Deine Bewerbung unter ein bestimmtes Motto zu stellen. Ein Sprichwort, eine Redewendung, ein Zitat oder ein Slogan bieten sich dafür an. Allerdings solltest Du bei der Auswahl Deines Mottos sorgfältig vorgehen.

Überlege Dir gut, was das Sprichwort oder die Redewendung bedeutet und welchen Eindruck von Dir die Aussage vermittelt. Informiere Dich darüber, in welchem Zusammenhang das Zitat entstanden ist und wie es gemeint war. Kontrolliere, von wem der Slogan stammt. Wenn Du bei der Auswahl schlampig vorgehst, kann der Schuss nach hinten losgehen. Zitierst Du beispielsweise einen Werbeslogan ausgerechnet vom größten Konkurrenten des Unternehmens, kannst Du Dir sicher vorstellen, dass das beim Personaler nicht sehr gut ankommen wird.

Das Bewerbungsdeckblatt wirkt ausgedruckt nicht ansprechend.

Bevor Du Dein Titelblatt in Deine Mappe aufnimmst, solltest Du es probeweise zweimal ausdrucken: einmal in Farbe und einmal in Schwarz-Weiß. Denn bei einer Online-Bewerbung kann es gut sein, dass der Personaler Deine Unterlagen ausdruckt. Bei einer postalischen Bewerbung macht er sich möglicherweise eine Kopie davon. Auf Papier kann Dein Deckblatt aber ganz anders wirken als auch dem Bildschirm. Wenn Dein Bewerbungsdeckblatt in Schwarz-Weiß vorliegt, sieht es noch einmal anders aus. Und es wäre schade, wenn die Optik dann nicht überzeugt und Du Dir die ganze Arbeit umsonst gemacht hast.

Die richtige Position vom Deckblatt

Bewerbung mit Bewerbungsdeckblatt

Das Deckblatt ist die erste Seite in der Bewerbungsmappe.

Die zusätzliche Seite heißt zwar Bewerbungsdeckblatt und hat eine ähnliche Funktion wie die Titelseite von einem Buch oder einer Zeitschrift. Doch das Deckblatt ist nicht die erste Seite Deiner Bewerbung!

In manchen Bewerbungsratgebern ist zwar zu lesen, dass Du das Deckblatt vor alle Deine Bewerbungsunterlagen stellen solltest. Wie ein echtes Titelblatt soll es demnach die Seite sein, die dem Personaler als erste in die Hände fällt.

Aber davon raten wir Dir dringend ab! Denn: Das Deckblatt ist nur eine Übersicht. Es ist kein Muss, sondern letztlich nicht viel mehr als eine nette Zugabe. Viel wichtiger ist das Anschreiben. In Deinem Bewerbungsschreiben erklärst Du dem Personaler, warum Du die Stelle willst, was Du zu bieten hast und warum sich das Unternehmen für Dich entscheiden sollte. Diese Argumente sind viel wichtiger als eine hübsche Auflistung Deiner Kontaktdaten. Belasse es deshalb bei der bewährten Reihenfolge: Das Anschreiben ist die Hauptseite Deiner Bewerbung und liegt lose auf der Bewerbungsmappe. Und das Deckblatt eröffnet Deine Mappe.

Die Vorteile vom Bewerbungsdeckblatt

Egal, ob Du Dich um ein Praktikum, eine Ausbildung, ein Stipendium oder einen Arbeitsplatz bewirbst: Das Deckblatt kann Deine Bewerbung optisch abrunden. Und es kann Dir ein paar Vorteile verschaffen:

  • Der Personaler sieht auf den ersten Blick, wer sich für welche Stelle bewirbt. Dadurch kann er Deine Bewerbung sofort zuordnen und hat später Deine Daten für eine Kontaktaufnahme bequem zu Hand.
  • Ein klares Layout und ein stimmiges Design verleihen Deiner Bewerbung Struktur. Es entsteht ein in sich rundes Gesamtbild mit einem einheitliches Muster. Und der Personaler sieht, dass Du Dir Gedanken gemacht hast.
  • Mit einer ansprechend gestalteten Deckseite kannst Du Dich von den anderen Bewerbern abheben. Schließlich stehst Du auf dem Deckblatt buchstäblich im Mittelpunkt. Damit ist die Zusatzseite ein starkes Instrument in Sachen Eigenwerbung.

Das vermutlich wichtigste Argument für ein Deckblatt lautet aber: Du gewinnst Platz. Vor allem wenn Dein Lebenslauf gut gefüllt ist, spielt die Deckseite ihre Stärken aus. Denn Du kannst die Angaben zur Person und Dein Foto auf das Bewerbungsdeckblatt auslagern. Im Lebenslauf kannst Du Dich dann ganz auf Deinen Bildungsweg, Deine beruflichen Stationen, Deine Qualifikationen und Deine Kenntnisse konzentrieren. Und Du hast genug Raum, um diese wichtigen Daten und Fakten schön übersichtlich darzustellen.

Die Nachteile vom Deckblatt

Allerdings hat ein Deckblatt keineswegs nur Vorteile. Vielmehr gibt es auch Nachteile, die Du bedenken solltest:

  • Wenn Deine Bewerbung in sich stimmig ist und eine angenehme, klare Struktur hat, ist das Deckblatt überflüssig. Es wäre dann nur eine Seite mehr, die der Personaler umblättern muss.
  • Ist Dein Lebenslauf ohnehin schon recht kurz, beispielsweise weil Du Dich als Schüler um einen Ausbildungsplatz oder als Berufseinsteiger direkt nach der Ausbildung bewirbst, brauchst Du kein Titelblatt. Denn wenn Du das Foto und die persönlichen Daten auch noch auslagerst, wirkt Dein Lebenslauf möglicherweise zu leer.
  • Dein Bewerbungsfoto kannst Du gut in den Lebenslauf einfügen? Und Deine Kontaktdaten hast Du schön übersichtlich als Briefkopf auf Deinen Bewerbungsunterlagen untergebracht? Dann würde das Deckblatt keine neuen Informationen liefern. Stattdessen würde es nur Angaben wiederholen, die ohnehin schon an anderen Stellen in der Bewerbung stehen. Und solche Wiederholungen sind unnötig.

Und dann gibt es da noch einen weiteren Punkt: Das Deckblatt lenkt den Blick auf Dein Bewerbungsfoto. Das kann natürlich ein Vorteil sein und den positiven Eindruck verstärken. Doch genauso kann der Blick auf Dein Foto Vorurteile, vorschnelle Fehleinschätzungen oder Antipathie hervorrufen.

Zwar wird kein Personaler seine Entscheidung allein vom Bewerbungsfoto abhängig machen. Schließlich sagt das Aussehen nichts darüber aus, was Du kannst und fachlich drauf hast. Aber das Bild kann die Entscheidung zumindest indirekt und unterbewusst beeinflussen. Wenn der Personaler beispielsweise davon ausgeht, dass Du zu jung oder zu alt sein könntest, wird er Deine Bewerbung nämlich anders lesen. Du solltest die Wirkung eines Fotos also nie unterschätzen.

Ein Deckblatt für die Bewerbung – ja oder nein?

Wie Du siehst, kann eine Titelseite vorteilhaft sein, aber eben auch Nachteile mit sich bringen. Ob Du ein Bewerbungsdeckblatt erstellst oder nicht, musst Du selbst entscheiden. Wir können Dir an dieser Stelle nur den Tipp geben, für Dich folgende Frage zu beantworten:

Gewinnt meine Bewerbung durch das Deckblatt?

Wenn Deine Bewerbung durch die Zusatzseite ansprechender und übersichtlicher wird, kannst Du sie um ein Deckblatt ergänzen. Gleiches gilt, wenn Du Platz im Lebenslauf schaffen möchtest oder wenn Dir das Titelblatt dabei hilft, eine bestimmte Botschaft zu vermitteln. Doch wenn das Bewerbungsdeckblatt Deine Bewerbung nur künstlich aufbläht oder nur eine Wiederholung von Informationen ist, die an anderer Stelle genauso ihren Platz finden, dann lass es lieber weg.