Bewerbung Warum dieses Unternehmen

Wie beantworten Sie diese Frage schlagfertig?

In einer Bewerbung müssen Sie viele Fragen des Personalers beantworten. Das kann manchmal ziemlich überfordernd sein. Schließlich müssen Sie nicht nur Ihre fachlichen Qualifikationen im richtigen Licht darstellen und sich selbst als passende Persönlichkeit präsentieren, sondern gleichzeitig auch noch andere Bewerber überflügeln. Das ist nicht einfach. Wenn Sie es trotzdem geschafft haben und im Bewerbungsgespräch sitzen, klingt die Frage zu Ihrer Bewerbung „Warum dieses Unternehmen“ fast wie ein Witz. Warum hätten Sie sonst die ganze Mühe auf sich genommen?

Aber auch, wenn diese Frage Sie als Bewerber ärgern kann, gilt es, souverän zu agieren. Denn diese Frage ist alles andere als ein mutwilliges Hindernis, sondern vielmehr eine wichtige Stressfrage für den Personaler, über die er viele wichtige Informationen erhält. Statt sich also zu fragen, warum gerade Sie so auf den Prüfstand gestellt werden, können Sie diese Chance nutzen. Denn mit einer überzeugenden und schlagfertigen Antwort befördern Sie sich im Rennen um den Job ganz weit nach vorne. Wie Ihnen das gelingt, erfahren Sie hier.

Was sind eigentlich die Gründe, die den Personaler zu dieser Frage bewegen und was genau will er dadurch erfahren? Mit welchen Antworten überzeugen Sie selbst das kritischste Gegenüber? Und welche Aussagen können Sie den Job kosten? Rund um diese Fragen finden Sie hier Antworten. So bringt Sie die Frage „Warum dieses Unternehmen“ im nächsten Vorstellungsgespräch nicht mehr aus der Fassung. Im Gegenteil: Gerade dann können Sie glänzen!

 

Warum dieses Unternehmen? Was Personaler wissen wollen

Eine wichtige Grundregel, um Fragen im Vorstellungsgespräch treffend beantworten zu können, lautet, den Grund der Frage zu kennen. Nur wenn Sie wissen, mit welcher Motivation eine Frage an Sie gerichtet wird, können Sie eine Antwort geben, die ihr Gegenüber auch wirklich zufrieden stellt. Das gilt besonders für die Frage nach dem „Warum“ bei Ihrer Wahl des Unternehmens. Die folgenden sieben Punkte geben Ihnen Aufschluss darüber, wo die Fragezeichen im Kopf des Personalers an dieser Stelle genau liegen.

  1. Was genau hat Sie dazu bewogen eine Bewerbung zu verfassen? Es muss einen Moment gegeben haben, in dem Sie entschieden haben, dass der Job die Mühe wert ist. Der Grund für diese Entscheidung ist Ihre Grundmotivation und damit der Eckpfeiler einer guten Antwort,
  2. Finden Sie die Aufgaben und Tätigkeiten spannend oder suchen Sie eher einen „Notnagel“? Verständlicherweise wünscht sich jedes Unternehmen Mitarbeiter, die sich voll und ganz mit den Aufgaben identifizieren können.
  3. Sind Sie als Bewerber gut vorbereitet und informiert? Ihre Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ zeigt sehr deutlich, ob Sie nur Floskeln und Phrasen verwenden, oder ob Sie sich tatsächlich mit dem Unternehmen und den Aufgaben auseinandergesetzt haben.
  4. Haben Sie realistische Anforderungen vom Arbeitsalltag und sind Sie sich über eventuelle Verantwortlichkeiten und den Einsatz bewusst? Gerade die Probephase ist häufig mit einer hohen Fluktuation verbunden. Das wird durch eine realistische Einstellung dem Job gegenüber minimiert.
  5. Wissen Sie um die Werte und Firmenphilosophie des Unternehmens? Es ist keine Schande, andere Ziele zu vertreten. In diesem Fall würden allerdings weder Sie noch das Unternehmen langfristig von einem Arbeitsverhältnis profitieren.
  6. Welchen Mehrwert bringen Sie in das Unternehmen ein? Warum denken Sie, dass Sie genau in diesem Unternehmen zum Erfolg beitragen kann und kein anderer? Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal.
  7. Inwieweit identifizieren Sie sich mit den beschriebenen Aufgaben und Ihrem Zuständigkeitsbereich? Hier gilt es, zu zeigen, dass Sie voll und ganz hinter Ihrer Aufgabe stehen und auch persönliche Begeisterung mitbringen.

 

Diese sieben Punkte sind alles Inhalte, die dem Personaler im Kopf herum gehen, wenn Sie begründen sollen, warum Sie sich für dieses Unternehmen entschieden haben. Eine gute Strategie in der Vorbereitung ist daher, sich zu allen sieben Fragen Notizen zu machen und diese Punkte nach einem roten Faden zu ordnen. Die perfekte Antwort müssen Sie natürlich nicht auswendig lernen. Aber ins Stottern bringt Sie so keiner mehr!

 

5 Antworten, die Ihr Gegenüber immer überzeugen

Bei allen Ideen und Notizen kann es manchmal immer noch schwierig sein, die richtigen Worte und eine überzeugende Antwort zu finden. Denn die meisten Bewerber, vielleicht auch Sie, haben in der Regel mehr als eine Bewerbung geschrieben. Mit voller Begeisterung zu versichern, dass dieser Job für Sie der Einzige ist, fällt da verständlicherweise schwer. Zum Glück gibt es Argumente, die immer überzeugen, ohne dass Sie etwas behaupten müssen, das letzten Endes gar nicht stimmt. Nehmen Sie sich daher etwas Zeit und lesen Sie die fünf Gründe, die immer eine gute Antwort sind.

 

#1 Perspektiven: Was versprechen Sie sich von dem Job in diesem Unternehmen?

Ein durchaus legitimer Grund für einen Jobwechsel ist der Wunsch nach einer beruflichen Weiterentwicklung. Sei es durch mehr Führungserfahrung, durch ein anderes Umfeld oder durch neue Netzwerke. Falls Ihnen die Firma, in der Sie sich bewerben, genau diese Möglichkeiten bietet, sollten Sie diesen Punkt in Ihrer Antwort auf jeden Fall beachten. Damit zeigen Sie nicht nur, dass Sie sich gründlich mit den Möglichkeiten vor Ort auseinandergesetzt haben, sondern auch, dass Sie voller Motivation und Engagement an die neue Aufgabe herangehen. Ihre Antwort könnte etwa so aussehen:

Schon seit längerer Zeit wünsche ich mir, meine Erfahrungen und Qualifikation im Bereich ___ auch in einem anderen Rahmen anwenden zu können. Durch den Kontakt mit unseren Handelspartnern aus ___ ist in mir der Wunsch nach einem internationalen Umfeld entstanden. Außerdem möchte ich den Schritt wagen, eine Führungsposition zu besetzen. Genau diese beiden Punkte haben mich bei Ihrer Ausschreibung angesprochen und zu einer Ausschreibung bewogen.

 

#2 Unternehmenskultur: Und was sind Ihre Werte?

Ein weiteres, hervorragendes Argument ist eine Antwort, die sich auf die Firmenwerte bezieht. Damit zeigen Sie Ihrem Gegenüber vor allem eins: Sie haben sich gründlich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt und wollen auch wirklich genau dort arbeiten. Außerdem geben Sie so Sicherheit, da eine Identifikation mit den Zielen der Firma auch eine längerfristige Zufriedenheit im Arbeitsverhältnis mit sich bringt.

Nach einigen Jahren im Fachbereich ___ ist bei mir der Wunsch entstanden, meine nun erworbenen Fähigkeiten nun auch in einem Umfeld einzusetzen, das meine Werte transportiert. Daher habe ich mich nach Unternehmen erkundigt, die auf ___ und ___ großen Wert legen. Dabei bin ich auf diese Stellenbeschreibung gestoßen und hatte direkt ein gutes Gefühl.

 

#3 Neuer Job, neuer Anfang

Neben dem Wunsch nach Perspektiven und passenden Werten, kann auch der einfache Wunsch nach Veränderung ein Grund für einen Arbeitsplatzwechsel und eine neue Bewerbung sein. Besonders Quereinsteiger oder Arbeitnehmer, die bereits Jahrzehnte in ein und demselben Unternehmen verbracht haben, sehnen sich manchmal nach einem Tapetenwechsel. Bei diesem Wunsch kann Ihr neuer Arbeitgeber auf jeden Fall davon ausgehen, dass Sie eine große Portion Neugier und Motivation mit an den neuen Arbeitsplatz bringen.

Auch wenn ich in meinem jetzigen Arbeitsverhältnis sehr gut zurechtkomme, brauche ich eine Veränderung, um den Job auch langfristig noch motiviert ausüben zu können. Ein neues Umfeld und neue Kollegen werden mir dabei helfen, wieder einen anderen Blick auf meine alltäglichen Aufgaben zu bekommen. Genau das ist bei Ihnen möglich und darauf freue ich mich!

 

#4 Weiterbildung: Immer ein gutes Argument

Auch wenn der Job vielleicht keine internationalen Einsätze oder Führungserfahrung verspricht, kann es sein, dass ein bestimmtes Unternehmen hervorragende Weiterbildungsmöglichkeiten anbietet. Je nach Firmenphilosophie wird stark darauf geachtet, die Mitarbeiter zu fordern und zu fördern. Heben Sie diese Eigenschaft positiv hervor und beziehen Sie Ihre Antwort direkt auf diese Möglichkeit.

Bei meiner Recherche zu den Möglichkeiten in diesem Unternehmen ist mir aufgefallen, dass hier viel Wert auf die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter gelegt wird. Ich hege schon lange den Wunsch, mich besonders in den Bereichen ____ und ____ ausbilden zu lassen und diese Kenntnisse mit meiner Erfahrung im Bereich ___ gewinnbringend einzusetzen. Das ist natürlich eine hervorragende Möglichkeit, die ich an diesem Jobangebot sehr schätze, denn ein positiver Umgang mit Mitarbeitern spielt bei mir eine große Rolle.

 

#5 Persönliche Veränderungen: Was passt zu Ihrem Lebensstil?

Manchmal sind es gar nicht die großartigen Weiterbildungsmöglichkeiten, die Sie faszinieren oder die herausfordernden neuen Aufgaben. Vielleicht kommen Sie gerade aus so einem Job, bringen reichlich Erfahrung mit und möchten sich nun aber aufgrund neuer Lebensumstände etwas zurückziehen. Das ist völlig legitim. Viele Firmen vertreten familienfreundliche Arbeitszeiten und etliche Vorteile, um die Work-Life-Balance in der Waagerechten zu halten. Das dürfen Sie ruhig ansprechen. So signalisieren Sie außerdem, dass Sie realistisch an Ihre Aufgabe herangehen.

Bei meiner mehrjährigen Tätigkeit in der Firma ___ konnte ich viele wertvolle Erfahrungen im Bereich ___ sammeln. Besonders durch internationale Events und häufig wechselnde Arbeitsorte habe ich viele Facetten dieses Berufes kennengelernt. Jetzt allerdings ist der Zeitpunkt gekommen, zurückzutreten und meine Erfahrungen im unterstützenden Rahmen einzusetzen. Genau das bieten Sie an und ich würde mich freuen, diesen Wunsch bei Ihnen realisieren zu können.

 

Besser nicht: Vermeiden Sie diese Aussagen

Sie wissen jetzt, wie Sie Ihre persönliche Antwort finden und auch, welche fünf Argumente immer eine gute Lösung darstellen. Bei allem guten Willen gibt es auch Antworten, die auf den ersten Blick zwar legitim erscheinen, auf den zweiten Blick aber mehr Verwirrung als Klarheit schaffen. Achten Sie daher darauf, die folgenden fünf Strategien zu vermeiden:

  1. Argumente, die auf Ihren eigenen Vorteil abzielen, sind keine gute Antwort auf Ihre Motivation, warum Sie in diesem Unternehmen arbeiten wollen. Der schwere Firmenwagen, das herausragende Gehalt und der viele Urlaub sind zwar nett, sollten aber kein Einstellungskriterium sein.
  2. Schmeicheleien sind an dieser Stelle fehl am Platz. Stellen Sie professionell klar, was Sie an diesem Unternehmen fasziniert und beziehen Sie es direkt auf Ihre fachliche Qualifikation.
  3. Treueschwüre. Bei der Frage, warum sie dieses Unternehmen gewählt haben, geht es nicht darum, zu erfahren, ob Sie auch die nächsten 20 Jahre dort arbeiten wollen. Sondern darum, ob Sie sich generell in den Aufgaben wiederfinden.
  4. Vergleiche mit Ihrem bisherigen Arbeitgeber. Ihr Gegenüber kann bei schlechter Nachrede nie abschätzen, ob Sie wirklich die Wahrheit erzählen, da es nur eine Seite der Geschichte hört. Deswegen schießen Sie sich damit immer ein Eigentor.
  5. Phrasen und Floskeln. Sie haben sich für die Bewerbung entschieden, weil Sie so gut zu dem Unternehmen passen? Und warum genau?

 

Warum dieses Unternehmen? So meistern Sie die Stressfrage ohne Probleme

Sie wissen jetzt, warum diese schwierige Frage überhaupt gestellt wird. Definitiv nicht, um Sie zu ärgern, sondern um eine ganze Menge über Sie zu erfahren. Außerdem haben Sie eine Strategie an der Hand, mit der Sie Ihre eigene, individuelle und überzeugende Antwort formulieren können. Wenn das immer noch schwierig ist, können Sie sich einfach einen der fünf Gründe auswählen, die immer funktionieren.

Nun müssen Sie nur noch darauf achten, keine der schlechten Beispiele mit einfließen zu lassen und schon können Sie diese Frage spielend leicht und überzeugend beantworten. Viel Erfolg!