Ein einziger Satz kann über den Erfolg und Misserfolg Ihrer Bewerbung entscheiden. Das klingt dramatisch und das ist es auch. Es geht um denletzten Satz in Ihrer Bewerbung. Genau wie ein Schlussakkord in einem Konzert ist es das, was dem Leser im Kopf bleibt. Und ist es nicht genau das, was Sie mit Ihrer Bewerbung erreichen wollen? Lesen Sie also hier, warum es sich lohnt, geschickt zu formulieren. Erfahren Sie, welche Tipps Sie beachten können und welche Fehler besser vermieden werden sollten. Zum Schluss bekommen Sie eine Checkliste, damit Sie auch direkt los schreiben können. Viel Erfolg!

Eine Bewerbung ist meistens das Zusammenspiel aus mehreren Faktoren. Sie müssen darauf achten, dass das Bewerbungsschreiben passend formuliert wird, der Lebenslauf klar und übersichtlich gegliedert und auch die Optik stimmig ist.  Nur so können Sie sicher stellen, dass Ihre Bewerbung auch in die nächste Runde geht und Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Bei so vielen Faktoren geschieht es schnell, dass kleine Feinheiten außer Acht geraten.

Wenn Sie also auch gerade eine passende Stelle entdeckt haben und nun an Ihrer Bewerbung sitzen, dann ist dieser Artikel genau das Richtige für Sie. Denn hier geht es nicht um grundlegende Veränderungen an Ihrer Bewerbung, sondern um eine entscheidende Kleinigkeit. Genauer gesagt um einen Satz. Bei näherer Betrachtung ist das nämlich gar keine Kleinigkeit, sondern eine große Chance für Sie, um als Bewerber richtig zu punkten.

Der Schlusssatz in Ihrem Anschreiben ist das, was dem Personaler am längsten im Kopf bleibt. Nicht Ihr perfektes Layout, Ihre makellose Rechtschreibung oder Ihr seitenlanger Anhang, sondern der Schlusssatz. Ganz einfach aus dem Grund, weil Ihr Anschreiben das Aushängeschild Ihrer Bewerbung ist. Die Aufmerksamkeit eines Lesers ist am Schluss eines Schreibens immer am höchsten. Daher sollten Sie diesem wichtigen Schlusssatz nun Ihre besondere Aufmerksamkeit widmen. Wie Sie das am besten anstellen und wie Sie von Anfang bis Ende überzeugen, lesen Sie hier.

4 Gründe, warum Ihr Anschreiben von Ihrem Schlusssatz lebt

Wie Sie nun erfahren haben, ist die Formulierung der letzten Worte in Ihrem Anschreiben von besonderer Wichtigkeit. Aber warum genau ist das so? Was hat dieser Schlusssatz an sich, dass er Sie direkt aus dem Rennen werfen kann? Im letzten Teil Ihres Bewerbungsschreibens geht es meistens um wichtige Daten. Diese sollten auf eine Weise formuliert werden, die Ihre ganze Motivation und Kompetenz zusammenfasst. Keine einfache Aufgabe! Warum es sich trotzdem lohnt, sie anzugehen, zeigen diese drei Gründe:

  • Personaler lesen häufig das Anschreiben, gehen die Anlagen durch und kehren bei Interesse noch einmal zu Ihrem Anschreiben zurück. Das Letzte, was Sie von Ihrer Bewerbung im Kopf behalten, ist also Ihr Schlusssatz. Der persönliche Eindruck, der dabei entsteht, kann darüber entscheiden ob Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Ein guter Grund, um hier keinen Fehler zu machen.
  • Der Schlusssatz ist für Sie eine gute Möglichkeit, um Ihre sozialen Kompetenzen unter Beweis zu stellen. Hier werden schwierige Fragen angesprochen, wie die Gehaltsfrage. Außerdem sind diese Worte am Schluss eine Gratwanderung zwischen Selbstbewusstsein und Professionalität. Hier Stärke zu beweisen zeigt, dass Sie auch andere schwierige Situationen meistern können.
  • Mit einer gelungenen Einleitung und einem perfekten Schlusssatz runden Sie Ihr Anschreiben ab. Die Dramaturgie, also der Spannungsbogen, ist ein wichtiges Instrument, um Ihren Leser bei der Stange zu halten – denn Interesse ist immer das, was Sie mit der Bewerbung erreichen wollen.

Ein gelungener Schlusssatz ist also immer die Mühe wert, damit die Bewerbung auch den Effekt erzielt, den Sie erreichen wollen. Damit Ihnen das gelingt und der letzte Eindruck nicht endgültig der Letzte bleibt, gibt es einen ganz besonders wichtigen Tipp.

Exklusiver Tipp: Mit dem richtigen Ton überzeugen. Informieren Sie sich!

Im Anschreiben den richtigen Ton zu treffen, ist nicht immer einfach. Schließlich ist nicht zuletzt der persönliche Eindruck das, was zählt. Authentizität und Individualität spielen da eine große Rolle. Trotzdem gibt es verschiedene Unternehmen und verschiedene Umgangsweisen. Insbesondere in Ihrem Bewerbungsanschreiben sollten Sie versuchen, den Ton zu treffen, der in dieser Branche üblich ist. Dadurch können Sie vom sogenannten Chamäleon-Effekt profitieren.

Der Chamäleon-Effekt ist bei Kommunikation zu beobachten, bei dem die Gesprächspartner die Körperhaltung, die Tonlage und auch die Formulierung Ihres Gegenübers nachahmen. Dadurch entsteht automatisch Sympathie. Im schwächeren Ausmaß, aber immer noch messbar, ist das auch in der schriftlichen Kommunikation der Fall. Indem Sie Ihren Tonfall im Anschreiben dem des Unternehmens anpassen, ernten Sie automatisch Sympathiepunkte.

Und was hat das mit Ihrem letzten Satz zu tun? Der Schlusssatz kann entweder selbstbewusst, hoch motiviert oder auch knapp und formal gehalten werden. Indem Sie die Botschaft zwischen den Zeilen auf das Unternehmen abstimmen, haben Sie die besten Karten! Das ist der wichtigste, aber nicht der letzte Tipp.

Aufforderung statt Abschied Ein wichtiger Tipp für den letzten Satz in Ihrem Bewerbungsschreiben

Ein weiterer Trick, den Sie in Ihrem Schlusssatz anwenden können, ist eine an den Personaler gerichtete Aufforderung. Verabschieden Sie sich nicht von dem Unternehmen, sondern fordern Sie zu einem persönlichen Gespräch auf. Indem Sie Ihre Bewerbung und Ihr Anschreiben als Auftakt sehen, ändert sich Ihre Schreibweise. Viele Bewerber betrachten das Ende Ihres Bewerbungsschreibens als vages Glücksspiel. Das sollte Ihnen nicht passieren.

Dafür können Sie im Schlusssatz auf zwei Handlungen des Unternehmens verweisen, denen Sie entgegen sehen. Sie können Ihr Eintrittsdatum nennen und nicht Ihre Verfügbarkeit. Außerdem können Sie auf ein persönliches Gespräch zu sprechen kommen und nicht auf die Möglichkeit eines persönlichen Gesprächs.

Diese Unterschiede mögen minimal erscheinen, machen aber im Gesamtbild der Bewerbung einen großen Unterschied. Sie haben nämlich damit die Möglichkeit, Ihre Zuversicht auf den Personaler zu übertragen. Und dadurch haben Sie die besten Chancen, tatsächlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Wie sollten Sie also am besten vorgehen?

Den perfekten Schlusssatz formulieren: Beispiele für jede Gelegenheit

Sie wissen jetzt, dass es im letzten Satz nicht nur auf die Inhalte, sondern auch besonders auf den Ton ankommt. Dazu haben Sie erfahren, wie Sie eine Aufforderung für sich im Bewerbungsschreiben nutzen können. Aber wie genau sieht so eine Formulierung nun aus? Hier bekommen Sie ein paar Beispiele:

  • Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und freue mich, wenn Sie für ein Vorstellungsgespräch Zeit finden.
  • Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe, freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.
  • Gerne komme ich zum Probearbeiten oder zu einem Vorstellungsgespräch in Ihr Unternehmen und freue mich daher über eine Einladung.

Diese drei Beispiele sind besonders für Bewerber geeignet, die Ihre hohe Motivation und Arbeitsbereitschaft zeigen wollen. Indem Sie nach dem Interesse des Personalers fragen, muss der Leser sich automatisch diese Frage beantworten. Mit einer guten Argumentationskette im Vorhinein halten Sie sich somit alle Türen offen.

  • Ich freue mich schon jetzt auf eine positive Rückmeldung.
  • Wenn Sie einen engagierten und kreativen Mitarbeiter suchen, freue ich mich über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.
  • Ich bin gespannt auf neue Aufgaben und Einsatzgebiete, die ich gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen erläutern würde.

Diese Formulierungen sind Beispiele, die für selbstbewusste Bewerber geeignet sind. Sie machen dadurch klar, dass Sie sich und Ihre Fähigkeiten als passend einordnen. Bevor Sie diese Formulierungen verwenden, sollten Sie also sicher stellen, dass Ihre Qualifikationen auch tatsächlich zum Stellenprofil passen. Dann kann mit diesem Tipp nichts schief gehen, solange Sie darauf achten, die folgenden Fehler zu vermeiden.

Damit ruinieren Sie den perfekten Schluss: Die häufigsten Fehler

Sie haben den perfekten Ton getroffen, den Personaler aufgefordert und die perfekte Formulierung gefunden. Jetzt gilt es, Fehler zu vermeiden, die den ganzen positiven Eindruck wieder zunichte machen könnten. Damit Ihnen das nicht geschieht, beachten Sie die folgenden Hinweise:

  • Bedanken Sie sich nicht für die Aufmerksamkeit Ihres Lesers. Das mag zwar höflich erscheinen, rückt Sie aber automatisch in eine Bittstellerposition. Schließlich passen Ihre Fähigkeiten doch so gut zu dem Job, dass sich eigentlich der Leser für Ihre Mühe bedanken müsste.
  • Verwenden Sie niemals einen Konjunktiv im Schlusssatz. Sie versuchen als Bewerber einen selbstbewussten und professionellen Eindruck zu vermitteln. Mit einem Konjunktiv vermitteln Sie aber das genaue Gegenteil. Formulierungen wie „würde“, „hätte“, „könnte“ sollten daher strategisch aus Ihrem Kopf verbannt werden.
  • Übergehen Sie keine expliziten Anforderungen aus der Stellenbeschreibung, wie die Angabe Ihres Gehaltswunsches. Dieses Vorgehen ist zwar verständlich, kann aber dazu führen, dass Ihre Bewerbung direkt ausscheidet. Versuchen Sie also, diese Informationen gekonnt im letzten Satz zu integrieren.
  • Vermeiden Sie lange, verschachtelte Sätze und haben Sie Mut zu klaren Aussagen. Schließlich ist es auch diese Fähigkeit, die Sie im Berufsalltag weiterbringen wird. Daher sollten Sie genau das vermitteln.
  • Bei allem Selbstbewusstsein: Arroganz ist keine gute Strategie. Versuchen Sie den schmalen Grad zwischen gesunder Selbsteinschätzung und Höflichkeit zu finden.

Wenn Sie diese Fehler im Hinterkopf behalten, haben Sie nun eine gute Grundlage, um mit Ihren letzten Worten nachhaltig zu überzeugen. Damit Ihnen diese Informationen auch helfen, wenn es nun an das Formulieren geht, gibt es zum Schluss noch eine Checkliste.

Ihr letzter Satz. Ihre Bewerbung. Ihre Checkliste. Damit geht nichts mehr schief!

Die folgenden Punkte fassen noch einmal alle wichtigsten Punkte zusammen. So können Sie sich mit freiem Kopf an Ihr Schreiben setzen:

  • Bleiben Sie positiv. Der letzte Satz bleibt im Kopf und entscheidet über den Gesamteindruck!
  • Formulieren Sie keine Fragen, sondern Aussagen. Damit bleiben Sie Ihrem professionellen Stil treu.
  • Verwenden Sie niemals einen Konjunktiv. Diese Schreibweise gilt als Bewerbungs-Killer schlechthin.
  • Üben Sie keinen Druck auf den Leser aus. Eine freundliche Aufforderung genügt und führt meistens schon zum gewünschten Ergebnis.
  • Machen Sie sich bewusst, welche Chancen mit einer Aufforderung verbunden sind und versetzen Sie sich in die Lage des Lesers. Haben Sie den Ton getroffen?

Ihr letzter Satz ist also vielmehr als nur ein Satz. Es ist Ihre Chance! Mit allen diesen Tipps und Tricks haben Sie eine gute Grundlage, um diese auch richtig zu nutzen. Viel Erfolg!