Bewerbung als Altenpfleger

Als Altenpflegerin kümmerst Du Dich um alte und kranke Menschen.

In Würde alt werden und möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen: Das wünschen sich vermutlich die meisten. Doch viele ältere Menschen kommen im Alltag alleine nicht mehr zurecht und brauchen Unterstützung. An dieser Stelle kommen Altenpfleger ins Spiel. Sie betreuen und pflegen Senioren, unterstützen sie bei alltäglichen Dingen und ermutigen sie zu verschiedenen Beschäftigungen und Freizeitaktivitäten. Klingt genau nach dem, was Du beruflich gerne machten möchtest? Dann kommen hier für Dich die Infos zur Ausbildung, zum Berufsbild und zur Bewerbung als Altenpflegerin oder Altenpfleger!

Du denkst über eine Bewerbung als Altenpflegerin oder Altenpfleger nach? Warum nicht! Mit der Altenpflege entscheidest Du Dich für eine Aufgabe, die für die Gesellschaft sehr wichtig ist. Du kannst dazu beitragen, dass ältere Menschen einen schönen Lebensabend haben und gut versorgt sind.

Und nebenbei wählst Du einen sicheren Job mit guten Zukunftsaussichten. Denn der demographische Wandel bringt es mit sich, dass die Gesellschaft immer älter wird. Folglich sind Pflegekräfte jetzt schon sehr gefragt und künftig wird der Bedarf noch größer. Auch das Gehalt wird zunehmend besser. Zudem musst Du es nicht bei der Altenpflege belassen. Vielmehr kannst Du später auch in die Verwaltung wechseln und Dich um Personalfragen oder die Heimleitung kümmern. Oder Du kannst ein Studium dranhängen, zum Beispiel im Fach Altenpflege und Management oder Pflegepädagogik.

Nur: Was machen Altenpfleger eigentlich genau? Wo arbeiten sie? Welche Voraussetzungen gelten für eine Ausbildung? Und was solltest Du bei einer Bewerbung beachten? Alle diese Fragen beantworten wir Dir jetzt!

Das Berufsbild als Altenpflegerin

Das Berufsbild Altenpfleger/-in ist sehr vielseitig. Es reicht von der Betreuung über die Pflege bis hin zur Beratung von älteren, hilfebedürftigen Menschen. Als Altenpflegerin unterstützt Du alte und demente Personen bei der Gestaltung ihres alltäglichen Lebens. Du sorgst dafür, dass sie sich gesund ernähren, hilfst ihnen bei der Körperpflege und motivierst sie, ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu trainieren. Du organisierst verschiedene Freizeitaktivitäten und bist ihr Ansprechpartner bei allen möglichen Belangen.

Neben der Pflege und der medizinischen Betreuung hat vor allem der motivierende Gedanke eine große Bedeutung in der Altenpflege. Als Altenpflegerin versuchst Du, Deine Schützlinge dazu zu ermutigen, so gut es geht aktiv zu bleiben. Du unternimmst mit Ihnen verschiedene Dinge wie Spaziergänge und Bastelnachmittage. Oder Du führst Sing- und Spielabende durch.

Die Beratung und die Zusammenarbeit mit Angehörigen gehört ebenfalls zum Berufsbild. Arbeitest Du in der ambulanten Pflege, betreust Du alte Menschen zu Hause. Du begleitest sie vielleicht mal zum Arzt, erledigst Behördengänge oder kümmerst Dich um die Einkäufe. Außerdem bist Du für die medizinische Versorgung zuständig. Du wechselst Verbände, verabreichst Medikamente und sorgst für die notwendige Hygiene. Als Altenpflegerin kannst Du den Gesundheitszustand einschätzen und Symptome deuten. Das hast Du nämlich in der Ausbildung gelernt.

Du betreust alte und pflegebedürftige Menschen bis zu ihrem Tod. Deshalb ist auch die Sterbebegleitung Teil Deines Berufs.

Die Ausbildung zur Altenpflegerin

In Deutschland ist der Altenpfleger ein Ausbildungsberuf, der bundesweit einheitlich geregelt ist. Er wird als schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule für Altenpflege ausgebildet. In der Altenpflegeschule lernst Du zum einen die Theorie. Zum anderen findet auch ein Teil der praktischen Ausbildung an der Schule statt.

Deine Ausbildung an der Berufsfachschule wird durch einen praktischen Teil ergänzt. Dazu arbeitest Du beispielsweise in einem Altenheim, in einer stationären Pflegeeinrichtung oder bei einem ambulanten Pflegedienst mit. Auf diese Weise sammelst Du erste Eindrücke im Berufsalltag und kannst Dein Wissen aus der Schule anwenden.

Die Ausbildungsdauer

Die Ausbildung zur Altenpflegerin dauert normalerweise drei Jahre. Sie endet mit einer Abschlussprüfung und danach bist Du staatlich anerkannte Altenpflegerin. Oder ganz offiziell: Examinierte Altenpflegerin bzw. Examinierter Altenpfleger.

Anstelle einer Ausbildung in Vollzeit kannst Du den Beruf auch in Teilzeit lernen. In diesem Fall dauert es etwa fünf Jahre, bis Du Deinen Abschluss in der Tasche hast. Andersherum kannst Du die Ausbildungsdauer aber auch verkürzen. Das ist beispielsweise möglich, wenn Du schon eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger gemacht hast. Oder wenn Du Altenpflegehelferin bist. Ähnliche Berufe im medizinischen Bereich können Deine Ausbildungszeit ebenfalls verkürzen. Und auch wenn Du ohne abgeschlossene Ausbildung seit einiger Zeit in der Pflege jobbst, kann Deine Berufserfahrung angerechnet werden.

Die Voraussetzungen

Damit Du eine Ausbildung als Altenpflegerin beginnen kannst, brauchst Du meist einen mittleren Bildungsabschluss. Außerdem musst Du ein ärztliches Attest vorlegen, das Deine gesundheitliche Eignung bestätigt. Dabei bezieht die gesundheitliche Eignung sowohl Deinen Körper als auch Deine Psyche mit ein. Manchmal wird auch ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt.

Wenn Du Dich um einen Ausbildungsplatz bewirbst, steigen Deine Chancen, wenn Du gute Noten in folgenden Fächern hast:

Schulfächer Bewerbung Altenpflege

Fachwissen in Sozialkunde macht es Dir leichter, soziale Zusammenhänge nachzuvollziehen. Ein würdevoller und respektvoller Umgang mit alten und kranken Menschen ist die Basis für die Arbeit in der Altenpflege. Viele Pflegeeinrichtungen haben außerdem kirchliche Träger. Deshalb kannst Du mit guten Noten in Religion oder Ethik punkten.

Deine Deutschkenntnisse sind zum einen beim Umgang mit Deinen Schützlingen, den Angehörigen, Deinen Kollegen und Ärzten wichtig. Zum anderen musst Du regelmäßig Protokolle schreiben und lesen, die die Krankengeschichte und die Entwicklungen der Patienten dokumentieren. Bei der Altenpflege geht es aber auch um rechtliche Bedingungen und betriebswirtschaftliche Fragen. Und dabei kommt Dir Dein Wissen im Bereich Wirtschaft sehr zugute.

Mögliche Arbeitsplätze und die Arbeitszeiten in der Altenpflege

Während Deiner Ausbildung in der Altenpflegeschule wirst Du meist zwischen 8 und 17 Uhr Unterricht haben. Beim Praxisteil in der Pflegeeinrichtung arbeitest Du ganz normal mit. Das bedeutet, dass Du mal im Frühdienst und mal in der Spätschicht eingeteilt bist. Und auch Nachtschichten werden auf dem Programm stehen. Am Anfang werden es aber bestimmt noch nicht allzu viele Dienste nachts sein.

Als ausgelernte Altenpflegerin arbeitest Du dann im Schichtdienst, und das sowohl unter der Woche als auch an Wochenenden und Feiertagen.

Was die Arbeitsplätze angeht, hast Du viele Möglichkeiten. So kannst Du zum Beispiel in einem Altenwohnheim oder einem Pflegeheim arbeiten. Daneben kannst Du bei einem ambulanten Pflegedienst tätig werden. Ein Hospiz kommt ebenfalls in Frage. Auch ein Privathaushalt kann Dein Einsatzort werden. Oder Du kannst eine Senioren-Wohngruppe betreuen.

Die Bewerbung als Altenpflegerin

Egal ob Du Dich um einen Ausbildungs- oder einen Arbeitsplatz bewirbst: Die Bewerbung folgt dem klassischen Muster. Sie besteht also aus Deinem Anschreiben, Deinem Lebenslauf und Zeugnissen.

Im Anschreiben erklärst Du, warum Du die Stelle haben möchtest und was Du dafür mitbringst. Du berichtest über Deine Motivation und Deine Stärken. Letztlich geht es also darum, aufzuzeigen, was Dich zum idealen Kandidaten macht und was dafür spricht, Dir die Stelle zu geben. Das Bewerbungsschreiben legst Du lose auf Deine Bewerbungsmappe. Eine Vorlage, an der Du Dich orientieren kannst, haben wir am Ende dieses Beitrags für Dich vorbereitet.

Den Lebenslauf schreibst Du als tabellarischen Lebenslauf. Darin listest Du Deinen bisherigen Werdegang übersichtlich auf. Du beginnst mit Deinen persönlichen Daten. Danach kommen Deine Schulbildung und Deine beruflichen Stationen. Anschließend zählst Du weitere Kenntnisse, besondere Fähigkeiten und Deine Hobbys auf.

Als Nachweis für Deine Angaben sortierst Du noch Deine Schul- und Arbeitszeugnisse in die Bewerbungsmappe ein. Sind weitere Bewerbungsunterlagen gefordert, zum Beispiel ein ärztliches Attest oder ein Führungszeugnis, kommen Kopien davon ebenfalls in die Mappe. Dein Bewerbungsfoto kannst Du entweder in den Lebenslauf einfügen. Oder Du ergänzt Deine Mappe um ein Deckblatt.

3 typische Fehler bei der Bewerbung

Welche Anforderungen gestellt werden, hängt davon ab, um welche Stelle Du Dich bewirbst und wer der Träger der Einrichtung ist. Außerdem spielt Deine Ausgangssituation eine Rolle. Wenn Du noch Schüler bist und eine Ausbildung machen willst, erwartet niemand, dass Du jahrelange Berufspraxis mitbringst. Umgekehrt werden Deine fachlichen Qualifikationen umso wichtiger, je länger Du schon im Beruf bist. Es gibt allerdings drei Fehler, die sehr viele Bewerber machen. Und damit Dir diese Fehler nicht unterlaufen, haben wir sie für Dich aufgelistet:

1. Die sozialen Kompetenzen werden zu wenig herausgearbeitet.

In der Altenpflege arbeitest Du nicht mit Maschinen oder Ware. Stattdessen kümmerst Du Dich um Menschen. Natürlich geht es auch um rechtliche und wirtschaftliche Fragen. Aber im Mittelpunkt stehen immer Deine Patienten. Deine sozialen Kompetenzen sind deshalb entscheidend.

Vermittle in Deiner Bewerbung, warum Du im sozialen Bereich arbeiten willst. Zeige auf, dass Du ein Gespür für die Sorgen und Ängste anderer Menschen hast. Erkläre, dass Du ein guter Zuhörer bist. Präsentiere Dich als pflichtbewusste und verantwortungsvolle Person, die zupacken und andere ermutigen kann, mitzumachen. Mache aber auch klar, dass Du belastbar bist, mit Stress zurechtkommst und mit schwierigen Situationen umgehen kannst.

Viele Bewerber machen den Fehler, dass sie sich zu sehr auf ihre fachlichen Kompetenzen und beruflichen Qualifikationen konzentrieren. Diese sind natürlich auch wichtig. Gerade bei einer Bewerbung als Altenpflegerin spielen die Soft Skills, also die persönlichen Stärken und Merkmale, aber eine mindestens genauso große Rolle.

2. Das Leitbild der Einrichtung wird nicht berücksichtigt.

Jede Pflegeeinrichtung hat ein bestimmtes Leitbild, das sie vertritt. Oft ist dieses Bild von bestimmten Werten oder gewissen Ideen bestimmt. In Deiner Bewerbung solltest Du das Selbstbild und die Leitlinien der Einrichtung unbedingt aufgreifen. Du kannst das Leitbild beispielsweise nutzen, um im Anschreiben zu begründen, warum Du Dich ausgerechnet bei dieser Einrichtung bewirbst. Dadurch hast Du nicht nur eine gelungene Einleitung. Sondern Du zeigst gleichzeitig auch, dass Du Dich intensiv mit der Einrichtung beschäftigt hast. Außerdem stellst Du unter Beweis, dass Du auf Kleinigkeiten achtest – und das ist auch in der Pflege wichtig.

3. Die Religion wird zum Stolperstein.

Viele Einrichtungen sind in kirchlicher Trägerschaft. Damit stellt sich die Frage, wie Du mit dem Thema Religion in Deiner Bewerbung umgehen solltest. Grundsätzlich gilt, dass Du Deine Konfession nicht angeben musst. Ob und welcher Religionsgemeinschaft Du angehörst, ist Deine Privatsache. Deinen Arbeitgeber geht das eigentlich nichts an.

Nun ist es aber so, dass kirchliche Träger oft Leitlinien verfolgen, die sich an einer religiösen Weltanschauung orientieren. Andererseits handelt es sich dabei meist um Werte, die nicht auf eine Religion beschränkt sind. Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Hilfsbereitschaft oder Respekt beispielsweise sind keine Leitlinien, die nur religiöse Menschen leben.

Allerdings wird in der Stellenanzeige manchmal darum gebeten, die Konfession anzugeben. Solchen Aufforderungen solltest Du grundsätzlich nachkommen. Mitunter gehört die Religionszugehörigkeit sogar zu den Einstellungsvoraussetzungen. Und was heißt das für Dich? Gehörst Du der Religionsgemeinschaft an, kannst Du Deine Konfession ruhig angeben. Wurdest Du mit Werten erzogen, die zu den Leitlinien passen, kannst Du das im Anschreiben erwähnen. Und wenn Du eine andere oder keine Konfession hast, dann geh gar nicht auf eine bestimmte Religion ein, sondern äußere Deine generelle Einstellung zu den Werten. So hast Du das Thema elegant umschifft.

Vorlage für Deine Bewerbung als Altenpflegerin

Wie vorhin versprochen, haben wir jetzt noch ein Muster für Dich. Vielleicht liefert Dir unsere Vorlage ja die richtigen Ideen für Dein Bewerbungsschreiben!

Bewerbung für die Ausbildung zur Altenpflegerin

Sehr geehrte/r Frau …/ Herr… /Damen und Herren,

Wertschätzung, Hilfsbereitschaft und Toleranz sind Werte, mit denen ich aufgewachsen bin. Da diese Werte auch Ihr Leitbild prägen, bin ich sicher, mit Ihnen den idealen Partner für meine Ausbildung gefunden zu haben.

Derzeit besuche ich die 10. Klasse der Realschule Musterstadt, die ich voraussichtlich im Juli mit der mittleren Reife abschließen werde. Meine Lieblingsfächer sind Deutsch, Sozialkunde und Kunst, was sich auch an meinen Noten widerspiegelt.

Mein Berufswunsch wurde in hohem Maß davon geprägt, dass meine Oma ihre letzten Jahre bei uns gelebt hat. Durch die Betreuung und die Pflege habe ich gelernt, wie wichtig ist es für einen alten Menschen ist, verlässliche Ansprechpartner zu haben und Nähe zu spüren. Aber ich weiß, dass viele Menschen niemanden haben. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, dazu beizutragen, dass sie sich versorgt und gut aufgehoben fühlen.

In den Schulferien habe ich ein Praktikum im örtlichen Altenheim absolviert. Mein Berufswunsch, Altenpflegerin zu werden, hat sich dadurch noch verstärkt. Denn die Zusammenarbeit mit den Senioren hat mir großen Spaß gemacht.

Natürlich ist mir klar, dass der Beruf als Altenpflegerin nicht immer einfach ist. Doch als große Schwester von drei kleineren Brüdern bin ich es gewohnt, mit anzupacken und in stressigen Situationen ruhig zu bleiben.

Ich freue mich sehr, wenn ich meine berufliche Zukunft bei Ihnen beginnen kann und wir uns in einem Vorstellungsgespräch persönlich kennen lernen.

Mit freundlichen Grüßen

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