Kinder sind süß, machen viel Spaß und mit ihnen wird es nie langweilig. Verständlich, dass viele sagen, dass sie später beruflich etwas mit Kindern machen möchten. Aber welche Berufe mit Kindern gibt es eigentlich? Und welchen Schulabschluss brauchst Du für eine Ausbildung? Das und mehr erfährst Du hier.

 

 

Was für Berufe mit Kindern gibt es?

Kinder ein Stück weit auf ihrem Weg zu begleiten, ist eine spannende, erfüllende und einfach wunderbare Aufgabe. Mit Kindern zu spielen, zu toben und Neues zu entdecken, um dann in strahlende Kinderaugen zu schauen und ein herzliches Kinderlachen zu hören, ist sicherlich die schönste Belohnung. Aber bei der Arbeit mit Kindern ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Kinder können Deine Geduld und Deine Nerven nämlich gerne auch auf eine harte Probe stellen. Die Arbeit kann sehr anstrengend und mitunter auch sehr, sehr traurig sein. Etwa wenn Du ein schwerkrankes Kind betreust oder mit einem schockierenden Schicksal konfrontiert wirst. Wenn Du Dich für einen Job interessiert, bei dem Du mit Kindern arbeitest, solltest Du Dir also im Klaren darüber sein, dass große Aufgaben, wunderschöne Momente, aber auch schwierige Herausforderungen auf Dich warten.

Berufe mit KindernNun ist es aber gar nicht so einfach, sich überhaupt für einen Beruf zu entscheiden. Denn es gibt sehr viele verschiedene Berufe mit Kindern, die in ganz unterschiedlichen Bereichen angesiedelt sind. So gibt es Berufe im Bereich der Pädagogik und der Kinderbetreuung. Andere Berufe finden sich im Bereich der Medizin, der Pflege oder des Sozialwesens. Und dann gibt es noch solche Berufe, die erst auf den zweiten Blick mit Kindern zu tun haben, beispielsweise Jobs in Geschäften mit Kindermode, Spielsachen oder Babybedarf.

Wirklich alle Berufe aufzuzählen, bei denen Du mit Kindern zusammenarbeitest oder bei denen Du Dich auf die Belange von Kindern spezialisieren kannst, dürfte kaum möglich sein. Damit Du Dir aber wenigstens einen ersten Überblick verschaffen kannst, haben wird in den beiden folgenden Abschnitten die bekanntesten und beliebtesten Berufe mit Kindern aufgelistet.

 

Berufe mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife

Erzieher/in

Erzieher/innen sind für die Betreuung und Förderung von Kindern und Jugendlichen zuständig. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte bilden die vorschulische Erziehung, die Kinder- und Jugendarbeit und die Heimerziehung. Erzieher/innen arbeiten in erster Linie in Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche betreut werden. Dies können Kindergärten, Kinderkrippen, Kitas, Horte und Kinderheime sein. Aber auch Wohnheime für Jugendliche, Jugendzentren, Beratungsstellen für Familien, Behindertenwohnheime, soziale Dienste, Internate und Kinderkliniken bieten Arbeitsplätze.

Die Ausbildung zum/r Erzieher/in ist landesrechtlich geregelt. Je nach Bundesland findet sie an Fachschulen, Berufsfachschulen, Berufskollegs oder anderen Bildungseinrichtungen statt. Sie dauert zwischen 2 und 4,5 Jahre. In den meisten Bundesländern brauchst Du die mittlere Reife, damit Du die Ausbildung beginnen kannst.

 

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

Früher hieß dieser Beruf Kinderkrankenschwester oder Kinderkrankenpfleger. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen kümmern sich um die Betreuung, Versorgung und Pflege von kranken Säuglingen, Kindern und Jugendlichen. Sie erledigen vom Arzt veranlasste Maßnahmen, assistieren bei Untersuchungen und führen die Patientenakten.

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen arbeiten in Krankenhäusern mit Kinderstation, in Kinderkliniken und in Kinderarztpraxen. Sie können aber auch in Wohnheimen und Pflegeeinrichtungen, bei Pflegediensten und in Gesundheitszentren tätig werden. Die Ausbildung findet an Berufsfachschulen statt und dauert 3 Jahre. Voraussetzung für die Ausbildung ist meist die mittlere Reife oder der Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Ausbildung, am besten in einem verwandten Bereich.

 

Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in

Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/innen gehen Pflegefachkräften bei der Versorgung, Betreuung und Pflege der kleinen Patienten zur Hand. Sie kümmern sich um die Sauberkeit auf der Station, assistieren bei Therapiemaßnahmen und führen einfache Maßnahmen auch eigenständig aus.

Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/innen arbeiten überall dort, wo auch examinierte Pflegefachkräfte tätig sind. Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt und findet an Schulen des Gesundheitswesens statt. Je nach Bundesland dauert die Ausbildung 1 bis 2 Jahre. In den meisten Bundesländern brauchst Du mindestens einen Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Bildung.

 

Haus- und Familienpfleger/in

Haus- und Familienpfleger/innen unterstützen Familien und Einzelpersonen in deren Wohnungen. Sie betreuen die Haushaltsmitglieder, versorgen sie, kümmern sich um den Haushalt, erledigen Besorgungen und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Haus- und Familienpfleger/innen arbeiten in erster Linie bei Sozialstationen und Pflegediensten, können aber auch direkt in Privathaushalten angestellt sein. Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt und findet an Berufsfachschulen oder Fachschulen statt. Außerdem bieten private Bildungseinrichtungen Ausbildungsgänge an. Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Für die Ausbildung brauchst Du den Hauptschulabschluss, manchmal wird aber auch die mittlere Reife verlangt.

 

Hebamme/Entbindungspfleger

Hebammen und Entbindungspfleger betreuen werdende und junge Mütter während der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit. Sie führen Kontrolluntersuchungen durch, begleiten die Geburt und unterstützen die jungen Eltern in der ersten Zeit nach der Geburt.

Hebammen und Entbindungspfleger können freiberuflich tätig sein. Anstellungen finden sie in Krankenhäusern mit Entbindungsstation, in Geburtshäusern, in Hebammenpraxen, bei Gesundheitsämtern und bei sozialen Diensten. Die dreijährige Ausbildung findet an einer Berufsfachschule statt und setzt die mittlere Reife voraus. Hast Du einen Hauptschulabschluss und zwei Jahre lang eine Pflegevorschule besucht oder eine Ausbildung zum/r Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in abgeschlossen, kannst Du ebenfalls eine Ausbildung zur/m Hebamme/Entbindungspfleger machen. Die dritte Möglichkeit ist, den Abschluss im Rahmen eines Hochschulstudiums zu erwerben. In diesem Fall brauchst Du Abitur.

 

Kinderbetreuer/in

Kinderbetreuer/innen arbeiten in Privathaushalten, wo sie die Kinder beaufsichtigen, betreuen, versorgen und bei verschiedenen Aktivitäten anleiten. Statt Kinderbetreuer wird auch von Tagesmüttern und Tagesvätern gesprochen.

Eine bestimmte Ausbildung brauchst Du prinzipiell nicht. Es ist aber sicher von Vorteil, wenn Du in Sachen Kinderbetreuung erfahren bist und pädagogische Grundkenntnisse mitbringst. Zudem muss Dir das örtliche Jugendamt eine Erlaubnis für eine Tätigkeit in der Kindertagespflege ausstellen.

 

Kindergartenhelfer/in

Kindergartenhelfer/innen arbeiten in Kindergärten, Kitas und Kinderkrippen, in Kinderheimen oder bei Organisationen der Kinder- und Jugendhilfe. Sie helfen den Erziehern/innen und pädagogischen Fachkräften dabei, die Kinder zu beaufsichtigen, zu betreuen und zu versorgen.

Wenn Du als Kindergartenhelfer/in arbeiten möchtest, solltest Du Erfahrung im Umgang mit Kindern und pädagogische Grundkenntnisse mitbringen. Einige Arbeitgeber erwarten aber auch, dass Du eine Ausbildung im sozialen oder pädagogischen Bereich absolviert hast.

 

Kinderpflegehelfer/in

Kinderpflegehelfer/innen kümmern sich um die Versorgung und Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern. Dann arbeiten sie beispielsweise in Kitas, Kinderkrippen, Kindergärten oder Kinderheimen. Daneben können Kinderpflegehelfer/innen in sozialpädagogischen und sozialpflegerischen Einrichtungen tätig sein und hier mit den Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten. Einige Kinderpflegehelfer/innen sind auch direkt in Privathaushalten angestellt.

Damit Du als Kinderpflegehelfer/in arbeiten kannst, solltest Du in Sachen Kinderbetreuung und Kinderpflege erfahren sein. Manchmal musst Du auch eine Ausbildung im sozialen oder pädagogischen Bereich vorweisen.

 

Sozialpädagogische/r Assistent/in bzw. Kinderpfleger/in

Sozialpädagogische Assistenten/innen betreuen und pflegen hauptsächlich Säuglinge und Kleinkinder, manchmal auch Jugendliche. Teilweise unterstützen sie durch ihre Tätigkeit die Eltern des Kindes, teilweise sind sie Ersatz für die Eltern.

Sozialpädagogische Assistenten/innen arbeiten vor allem in Kinderheimen, Kinderkrippen, Kindergärten und anderen Einrichtungen der Kinderbetreuung. Beratungsstellen, ambulante Dienste, Kinderkliniken und Privathaushalte können aber ebenfalls Arbeitsplätze bieten. Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt und erfolgt an Berufsfachschulen oder Berufskollegs. Sie dauert je nach Bundesland 2 bis 3 Jahre und führt zu dem Abschluss Sozialpädagogische/r Assistent/in oder Kinderpfleger/in. In vielen Bundesländern kannst Du die Ausbildung beginnen, wenn Du den Hauptschulabschluss hast. In einigen Bundesländern brauchst Du allerdings die mittlere Reife oder musst Kenntnisse im Bereich der Hauswirtschaft oder der Sozialpflege mitbringen.

 

Berufe mit Kindern – mit Abitur und Studium

Facharzt/-ärztin für Kinder- und Jugendmedizin

Kinderärzte begleiten die körperliche, psychische und geistige Entwicklung von Kindern ab der Geburt bis zum Jugendalter. Sie führen Routineuntersuchungen durch, kümmern sich um Impfungen und behandeln die typischen Kinderkrankheiten. Ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin ist im Prinzip so etwas wie der Hausarzt bei Erwachsenen. Du kannst Dich aber auch auf einen ganz bestimmten Bereich innerhalb der Kinderheilkunde spezialisieren, beispielsweise auf Psychologie und Psychiatrie, Chirurgie, Onkologie oder Zahnmedizin.

Kinderärzte arbeiten meist in Arztpraxen oder in Krankenhäusern mit Kinderstation. Aber auch Einrichtungen für Kinder mit Behinderungen, Pflegeeinrichtungen, Hospizen und Forschungsanstalten bieten Arbeitsplätze. Um als Kinderarzt arbeiten zu können, musst Du nach dem Abitur ein Grundstudium im Fach Medizin absolvieren. Daran schließt sich die Facharztweiterbildung an, die im Normalfall 5 Jahre dauert.

 

Kindheitspädagoge/-pädagogin

Kindheitspädagogen und -pädagoginnen beobachten und erforschen die Entwicklung, die Bildung und die Erziehung von Kindern. Ihre Ergebnisse nutzen sie, um Konzepte zu erarbeiten, die die Kinder ganzheitlich fördern. Außerdem beraten und unterstützen sie die Eltern in Erziehungsfragen.

Kindheitspädagogen und -pädagoginnen sind in erster Linie in pädagogischen Kinderbetreuungseinrichtungen wie Kindergärten und Kitas tätig. Oft bekleiden sie hier auch Führungspositionen. Daneben arbeiten sie in sozialen Beratungsstellen.
Wenn Du als Kindheitspädagoge/-pädagogin arbeiten willst, brauchst Du Abitur, ein abgeschlossenes Studium im Bereich der Erziehungs- und Bildungswissenschaften und eine staatliche Anerkennung. Um Führungspositionen zu übernehmen, wird zudem meist ein Masterabschluss oder die Promotion erwartet.

 

Lehrer/in

Lehrer/innen unterrichten Kinder und Jugendliche, vermitteln Allgemein- oder Fachwissen und übernehmen erzieherische Aufgaben. Je nachdem, wo und in welchem Fach ein Lehrer tätig ist, fällt die Ausbildung unterschiedlich aus.

Für ein Lehramt in der Primarstufe und der Sekundarstufe I oder II musst Du in aller Regel ein Lehramtsstudium mit Master oder Staatsexamen abschließen. Danach folgen der Vorbereitungsdienst und anschließend die zweite Staatsprüfung. In anderen Bereichen, beispielsweise als Fachlehrer an einer Walddorfschule, als Musiklehrer, als Nachhilfelehrer oder als Trainer, erfolgt die Ausbildung an freien Hochschulen, an Fachschulen oder an Berufsschulen. Auch hier wird aber in vielen Fällen das Abitur oder die Fachhochschulreife erwartet.

 

Sozialarbeiter/in bzw. Sozialpädagoge/-pädagogin

Sozialarbeiter/innen versuchen, soziale Probleme zu vermeiden, zu bewältigen und zu lösen. Sie beraten Einzelpersonen, Familien oder Personengruppen und betreuen sie in schwierigen Situationen. Außerdem entwickeln sie Konzepte im Bereich der Erziehung und Bildung und beteiligen sich an deren Umsetzung.

Sozialarbeiter/innen arbeiten in Wohn- und Pflegeheimen, in Obdachloseneinrichtungen, in Beratungsstellen, in Sozial-, Gesundheits- oder Jugendämtern oder bei Sozialdiensten. Auch in Schulen, in Justizvollzugsanstalten und bei freien Trägern können sie tätig werden. Für die Tätigkeit als Sozialarbeiter/in bzw. Sozialpädagoge/-pädagogin brauchst Du Abitur und ein abgeschlossenes Studium in den Fächern Soziale Arbeit oder Sozialpädagogik.