Auswahlgespräch Fragen: Eine komplette Übersicht

Aktualisiert am 10. September 2020 von Ömer Bekar

Auswahlgespräch FragenDie schriftliche Bewerbung war erfolgreich und Sie haben eine Einladung zu einem Jobinterview erhalten. Jetzt geht es an die Vorbereitungen. Schließlich möchten Sie überzeugend auftreten und einen guten Eindruck hinterlassen. Sie fragen sich nun, mit welchen Auswahlgespräch Fragen Sie rechnen können. Hier bekommen Sie eine komplette Übersicht über beliebte Fragen in Vorstellungsgesprächen. Mit dieser können Sie sich bestens für Ihr Interview rüsten.

Sie werden lesen, auf welche Arten von Fragen Sie sich vorbereiten können und mit den Antwortbeispielen zusätzliche Inspiration erhalten. Außerdem werden Sie erfahren, zu welchen Themen Sie sich nicht äußern müssen. Kommen Sie mit uns überzeugen Sie sich selbst!

Mit Fragen im Auswahlgespräch zum richtigen Kandidaten

Das Vorstellungsgespräch ist dazu da, Sie besser kennenzulernen und herauszufinden, ob Sie zu dem Unternehmen passen, bei dem Sie sich beworben haben. Dabei möchte der Personaler Sie ganz genau unter die Lupe nehmen und prüfen, wie Sie sich in einer Stresssituation wie dieser verhalten. Dabei stellt er manchmal sogar mit Absicht Fragen, die Sie durcheinander bringen sollen. Ihre Reaktion ist das, was zählt. Geraten Sie in Panik oder bleiben Sie ganz cool und gelassen?

Im Grunde geht es immer darum, sowohl mit Ihren fachlichen Kompetenzen als auch Ihren Soft Skills und Ihrer Motivation für die Stelle zu überzeugen. Wichtig ist auch, den konkreten Mehrwert herauszustellen, den Sie dem Unternehmen bieten können. Denn ein Mitarbeiter, der nur Arbeit und Kosten verursacht, ist für eine Firma wenig lohnenswert. Außerdem möchte ein Personal-Agent auch wissen, wie langfristig er mit Ihnen planen kann. All das sollten Sie bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch im Hinterkopf behalten.

So bereiten Sie sich perfekt vor

Mit der richtigen Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch gewinnen Sie Sicherheit und Selbstvertrauen. Das hilft, im Jobinterview für Ihren Traumjob einen guten Eindruck zu hinterlassen und sich von anderen Bewerbern abzuheben. Auf welche Punkte Sie dabei achten müssen, lesen Sie im Folgenden.

Recherche des Unternehmens

Als erstes sollten Sie eine gründliche Recherche des Unternehmens durchführen. Finden Sie heraus, wann es gegründet wurde, wie viele Mitarbeiter beschäftigt werden und welche Produkte und Dienstleistungen es anbietet. Wie heißt der Geschäftsführer und wie sieht die Firmengeschichte und -philosophie aus? Je mehr Sie wissen desto weniger können Sie von Fragen im Vorstellungsgespräch überrascht werden.

Fragen kennen

Im nächsten Schritt bereiten Sie sich auf typische Fragen im Bewerbungsgespräch vor. In diesem Artikel werden Sie bereits einige davon kennenlernen. Dabei geht es nicht darum, die Antworten stur auswendig zu lernen. Das wirkt unauthentisch auf den Personal-Agenten. Besser ist, wenn Sie sich kurze Stichpunkte machen, auf die Sie bei Bedarf während des Gesprächs noch einmal drauf schauen können. Haben Sie auch keine Angst, mal nicht antworten zu können. Bleiben Sie in einem solchen Fall einfach professionell und entspannt.

Rückfragen

In fast jedem Interview wird man Sie am Ende bitten, eigene Fragen zu stellen. Dieser Bitte sollten Sie nachgehen und damit zeigen, dass Sie sich mit dem Unternehmen im Vorhinein gründlich auseinandergesetzt haben. Außerdem bekunden Sie damit noch einmal Ihr großes Interesse an der ausgeschriebenen Stelle. Bereiten Sie zwei bis drei Fragen vor. Wägen Sie ab, welche davon am wichtigsten sind. Der Personaler sollte sich nicht erschlagen oder in eine Ecke gedrängt fühlen.

Körpersprache

Wussten Sie, dass Sie mit Ihren Körpersignalen teilweise mehr über sich preisgeben, als Ihnen vielleicht lieb ist? Wackeln Sie zum Beispiel ständig mit den Beinen, lässt das auf Nervosität und Unsicherheit schließen. Vermeiden Sie den Blickkontakt, wirkt das wenig selbstbewusst und könnte zusätzlich darauf hinweisen, dass Sie die Unwahrheit sagen. Wie wichtig ist es da, dass Sie sich schon jetzt mit dem Thema auseinandersetzen und an Ihrer Körpersprache arbeiten. Sie sollten zum Beispiel trainieren, eine aufrechte Haltung einzunehmen und Ihrem Gegenüber im Gespräch in die Augen blicken zu können.

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Rollenspiel

Kurz vor Ihrem Termin mit dem Personaler sollten Sie das Bewerbungsgespräch üben. Das können Sie zum Beispiel mit einem Rollenspiel tun. Fragen Sie einfach einen Freund oder ein Familienmitglied, ob jemand mit Ihnen zusammen übt. Stellen Sie die Szene dann so realitätsnah wie möglich nach. Gut ist, wenn Ihr Partner selbst auch Fragen mitbringt, mit denen Sie nicht rechnen. Damit können Sie Ihre Reaktion testen. Außerdem ist es hilfreich, wenn Sie am Ende ein ehrliches Feedback erhalten. Das hilft, Ihre Schwachstellen zu erkennen und daran zu arbeiten.

Auswahlgespräch Fragen und Beispiel- Antworten

In Bewerbungsgesprächen werden die unterschiedlichsten Fragen gestellt. Diese können in Kategorien eingeteilt werden. In diesem Abschnitt lernen Sie einige typische Fragen aus jeder davon kennen. Außerdem erhalten Sie jeweils Antwortbeispiele. Diese sollen Ihnen helfen, eigene Ideen für Ihre Antworten zu bekommen.

Fachliches

  • Mit welchen Programmen und Tools kennen Sie sich aus, die für die Stelle wichtig sind?

Sehr gut kenne ich mich zum Beispiel mit Google Analytics, Hootsuite, Mailchimp, Evernote oder Canva aus.

  • Wie stellen Sie sicher, über das aktuelle Marktgeschehen auf dem Laufenden zu bleiben?

Ich informiere mich über verschiedenste Social Media Kanäle wie LinkedIn oder Xing, lese Blogs und Online-Magazine.

Motivation

  • Warum haben Sie sich bei uns beworben?

Ihr Unternehmen ist international breit aufgestellt, was mir sehr zusagt. Seit meinem Auslandsaufenthalt in Australien ist es mein Wunsch, auch mit Firmen und Kunden im Ausland zusammenzuarbeiten. Außerdem kann ich Ihnen mit meiner langjährigen Erfahrung helfen, Ihre Umsätze weiter zu steigern.

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  • Wieso möchten Sie die Stelle wechseln?
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Das liegt darin begründet, dass ich meinen Wohnort wechseln möchte und damit auch meine Arbeit. Ich habe lange Zeit weit weg von meiner Familie gewohnt und möchte das nun ändern. Der Job ist dabei aber keine Nebensache, sondern eine der wichtigsten Faktoren bei meiner Entscheidung, umzuziehen.

  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehe ich mich als Head of Marketing in Ihrem Unternehmen. Die Übernahme von Führungsaufgaben sehe ich als spannende Herausforderung.

Soft Skills

  • Welche Stärken und Schwächen haben Sie?

Eine meiner Stärken ist, dass ich sehr strukturiert und organisiert arbeite. Es gibt selten Tage, an denen ich mal im Chaos versinke und nicht genau weiß, welche Aufgaben als nächstes anstehen. Was mir manchmal schwerfällt, ist, vor größeren Gruppen eine Präsentation zu halten und dabei nicht aufgeregt zu stottern. Daran arbeite ich aber bereits und konnte mich auch schon etwas verbessern.

  • Arbeiten Sie gern in einem Team?

Ja, ich arbeite gern mit einem großen Team zusammen. Schon öfter habe ich die Erfahrung gemacht, dass man gemeinsam schneller Probleme lösen kann als allein. Ich mag auch gemeinsame Team-Meetings und -Events. Diese stärken den Zusammenhalt noch einmal zusätzlich. Trotzdem kann ich selbstverständlich auch selbständig arbeiten und die Verantwortung für mein Handeln übernehmen.

  • Wie gehen Sie mit Kritik um?

Ich sehe Kritik generell als positiv an. Ohne sie ist es schwer, eigene Fehler zu erkennen und aus ihnen zu lernen. Deshalb gehe ich immer sehr professionell damit um. Mir ist nur wichtig, dass sie wertschätzend geäußert wird.

  • Wie organisieren Sie Ihre Arbeit?

Zum einen arbeite ich mit To-Do-Listen und zum anderen achte ich darauf, alle nötigen Dokumente und Formulare immer gut zu beschriften. Am Morgen erledige ich alles, was dringlich ist und am Nachmittag können auch schon mal die weniger wichtigen Aufgaben drankommen.

Persönliches

  • Erzählen Sie uns etwas über Ihre Hobbys!

Meine liebste Freizeitbeschäftigung ist der Sport. Ich spiele Volleyball in einem Verein. Durch den Zusammenhalt in unserem Team haben wir schon mehrere Wettkämpe gewinnen können. Außerdem male und zeichne ich gern, wenn mal Zeit dazu bleibt. Dabei kann ich meine kreative Ader ausleben und das hilft mir, auch für meine Arbeit immer wieder auf neue spannende Ideen zu kommen.

  • Haben Sie Vorbilder und wenn ja, welche?

Ja, mein Onkel und seine Frau sind ein riesiges Vorbild für mich. Sie schaffen es, trotz ihrer Jobs nebenher ihr Haus zu renovieren und sich zusätzlich Zeit für Ihre Kinder zu nehmen. Ihr Zeitmanagement ist einfach überragend.

  • Wie wichtig ist Ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

Sehr wichtig. Ich denke, durch die Familie bekommt man einen guten Ausgleich zum manchmal stressigen Berufsalltag. Da sollte man sich Zeit füreinander nehmen können, um die Beziehungen aufrechtzuerhalten. Auch halte ich die Unterstützung in der Familie für nicht zu unterschätzen.

Fangfragen

  • Wie kommt es, dass Sie so lange Student waren?

Ich hatte kein Stipendium für mein MBA-Studium an der Uni. Auch habe ich keine Unterstützung von meinen Eltern bekommen. Ich habe mich schon immer komplett selbst finanziert. Deshalb musste ich während meines Studiums viel jobben. Dadurch hat sich die Studienzeit verlängert.

  • Mit Ihren Fähigkeiten sind Sie unterqualifiziert. Warum sollten Wir Ihnen trotzdem eine Chance geben?

Weil Sie mit mir einen engagierten und lernbereiten Mitarbeiter bekommen, der sich tief in neue Themenbereiche einarbeiten kann und vor allem für die Aufgabe eine Leidenschaft mitbringt. Tätigkeiten kann man lernen, die Motivation eher nicht.

  • Was würden Sie tun, wenn Sie alles Geld der Welt hätten und nicht mehr arbeiten müssten?

Vermutlich würde ich nicht viel an meinem Leben ändern. Vielleicht würde ich eine größere Reise unternehmen. Danach würde ich weiterarbeiten wie vorher. Ohne Arbeit und eine Aufgabe ist das Leben sinnlos. Es macht mir Freude, produktiv zu sein und jeden Tag etwas zu verändern.

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Brainteaser

  • Wie viele Hunde leben in Deutschland?

Wenn man davon ausgeht, dass rund 15 % der Menschen in Deutschland einen Hund besitzen, dürften das rund 12 Millionen sein.

  • Wie viele Getränkedosen können aus einem Flugzeug wie einer Boeing 747 hergestellt werden?

Es können rund sechs Millionen Dosen aus einer solchen Maschine hergestellt werden.

Stellen Sie passende Rückfragen

Mit den richtigen Rückfragen können Sie noch einmal Ihr Interesse an dem Job unterstreichen. Welche Fragen sich da bestens eigenen, sind zum Beispiel diese:

  • Wie sieht die Einarbeitung aus?
  • Wie groß ist das Team, in dem ich ich arbeiten werde?
  • Wann kann ich mit einer Rückmeldung Ihrerseits rechnen?

Auf diese Fragen müssen Sie nicht antworten

In der Übersicht oben haben Sie einige der häufigsten Fragen in einem Vorstellungsgespräch kennengelernt. Es gibt jedoch auch Fragen, auf die Sie keine Antwort geben müssen. Das sind zum Beispiel solche, bei denen es um Ihre politischen oder religiösen Überzeugungen geht. Genauso wenig brauchen Sie preisgeben, wie Ihre Familienplanung aussieht oder ob Sie an chronischen Krankheiten leiden, sofern diese die zukünftige Arbeit nicht negativ beeinflussen. Im Folgenden lesen Sie ein paar Beispiele:

Diese Fragen kommen auf Dich zu

Diese Fragen wird man Dir im Vorstellungsgespräch stellen. Mach den Online Test

  • Haben Sie vor, in den nächsten Jahren schwanger zu werden?
  • Leiden Sie an einer schwerwiegenden chronischen Krankheit?
  • Welche Partei haben Sie bei den letzten Bundestagswahlen gewählt?
  • Gehören Sie einer Religionsgemeinschaft an und wenn ja, welcher?

Tipps

  • Nehmen Sie sich Notizen und Ihre Unterlagen, wie Ihren Lebenslauf und Ihr Anschreiben, mit zum Bewerbungsgespräch
  • Bleiben Sie immer ehrlich und authentisch
  • Achten Sie auf Ihre Körpersprache und halten Sie den Blickkontakt aufrecht

Sie haben in der Übersicht gesehen, mit welchen Auswahlgespräch Fragen Sie rechnen können. Mit den Antwort-Beispielen haben Sie eine Inspiration für das, was Sie sagen könnten und Sie wissen auch, welche Rückfragen gut beim Arbeitgeber ankommen. Jetzt sind Sie dran. Überlegen Sie sich, was Sie ganz persönlich auf die Fragen sagen würden und machen Sie sich Stichpunkte! Diese können Sie dann vor dem Interview noch einmal anschauen.