Tätowierer AusbildungDie Zeiten, in denen Tätowierungen ausschließlich mit Seeleuten, Kriminellen und dem Rotlichtmilieu in Verbindung gebracht wurden, sind längst vorbei. Tattoos sind mittlerweile salonfähig, liegen im Trend und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. Aber wie wird man eigentlich Tätowierer?

Wo und wie arbeitet ein Tätowierer?

Tätowierer Ausbildung - ArbeitAls Tätowierer wirst Du meist in einem Tattoo- oder Piercingstudio arbeiten. Dies kann natürlich Dein eigenes Studio sein. Möglich ist aber auch, dass Du als Tätowierer eingestellt bist oder auf Honorar arbeitest. Manche Tätowierer legen sich auch nicht auf einen Arbeitsplatz fest, sondern arbeiten in verschiedenen Studios, kommen zu ihren Kunden oder sind nur auf Messen tätig.

Die Hauptarbeit eines Tätowierers besteht natürlich darin, Tätowierungen zu stechen. Allerdings steckt da mehr Arbeit dahinter, als es im ersten Moment vielleicht scheint. Die Arbeit beginnt nämlich mit der Beratung des Kunden. Als Tätowierer informierst Du Deinen Kunden, gibst ihm Tipps bei der Motivauswahl und berätst ihn hinsichtlich der Körperstelle. Als nächstes erstellst Du den Entwurf für das Tattoo, entweder anhand einer Vorlage oder frei Hand nach Kundenwunsch. Um den Tätowiervorgang vorzubereiten, beseitigst Du die Härchen und desinfizierst die Körperstelle. Außerdem legst Du Dir Deine Arbeitsmaterialien bereit. Wenn Du den Entwurf auf die Körperstelle übertragen hast, ziehst Du zuerst die Umrisse nach. Anschließend füllst Du die Flächen nach und nach mit Farbe und arbeitest das Motiv dann aus. Zum Schluss wird die Körperstelle gereinigt, erneut desinfiziert und mit Salbe eincremt. Um das frisch gestochene Tattoo zu schützen, wird es mit einem Folienverband abgedeckt.

 

Was braucht ein guter Tätowierer?

Ein guter Tätowierer ist Künstler, Kaufmann und Mediziner in einem. Konkret heißt das Folgendes:

  • Du musst sehr sauber, ordentlich und vor allem steril arbeiten. Wenn Du ein Tattoo stichst, verletzt Du die Haut, vergleichbar mit einer Schnitt- oder Schürfwunde. Krankheitserreger könnten dadurch in die Wunde eindringen, Entzündungen hervorrufen und Infektionen im Körper verursachen. Deshalb ist oberstes Gebot, mit sterilen Instrumenten zu arbeiten und die Körperstelle gut zu desinfizieren. Um Dich und Deinen Kunden zu schützen, trägst Du außerdem immer Einweghandschuhe.
  • Du brauchst Zeichentalent, denn schließlich ist ein Tattoo nichts anderes als eine dauerhafte Körperbemalung. Außerdem brauchst Du eine ruhige Hand. Du bringst die Farbe mithilfe von Nadeln in die zweite Hautschicht ein. Dies erfordert Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit, denn wenn Du mit dem Tätowiergerät abrutschst, wird das Motiv mitunter nur schwer noch zu retten sein.
  • Du musst wissen, welche Komplikationen auftreten können und wie Du Dich im Notfall verhalten musst. Als gewissenhafter Tätowierer wirst Du beispielsweise niemanden tätowieren, der Alkohol getrunken oder bestimmte Tabletten genommen hat. Dadurch wäre nämlich das Blut verdünnt. Außerdem schaust Du Dir die Haut vorher an und weißt, dass Du nicht tätowieren kannst, wenn die Haut verletzt, krank oder anderweitig geschwächt ist.
  • Wenn Du von Deiner Kunst leben willst, musst Du nicht nur permanent üben und immer wieder an Deiner Technik feilen. Du musst Dich auch um Dinge wie Hygienevorschriften, Auflagen, Gesetze, Steuern und Versicherungen kümmern.

 

Wie läuft eine Ausbildung zum Tätowierer ab?

Tätowierer Ausbildung:Eine einheitliche und rechtlich verbindliche Regelung für die Ausbildung als Tätowierer gibt es nicht. Wenn Du eine Ausbildung machen möchtest, solltest Du Dich deshalb am besten an ein Tattoostudio vor Ort wenden. Viele Tätowierer bieten Lehrgänge an. Zudem kennen sie sich in der Szene aus und können Dir sagen, wo Du eine Tätowierer Ausbildung machen kannst. Die Lehrgänge selbst finden meist in Tätowierstudios statt. Je nach Anbieter ist die Länge dabei sehr unterschiedlich. Manchmal dauert ein Lehrgang ein Wochenende, manchmal ist der Lehrgang als Vollzeitkurs aufgebaut und manchmal erstreckt sich ein Lehrgang über einen längeren Zeitraum und findet stundenweise statt. Die wichtigste Voraussetzung für eine Ausbildung als Tätowierer ist, dass Du mindestens 18 Jahre alt bist. Vorher darfst Du die Ausbildung nicht machen. Ansonsten gibt es aber keine weiteren Voraussetzungen oder Anforderungen, die Du zwingend erfüllen musst.

Während der Tätowierer Ausbildung lernst Du das Tätowieren in Theorie und Praxis. Der Ausbilder wird Dir erklären, worauf es ankommt und wie Du den Tätowiervorgang vorbereiten musst. Er wird Dir zeigen, wie Du Farben auswählst und die Tätowiermaschine einstellst und richtig bedienst. Geübt wird meist auf Schweineschwarten und anderen Tierhäuten. Erst wenn Du die Technik einigermaßen beherrschst, wirst Du Dein erstes echtes Tattoo stechen dürfen.

Weitere Infos und Tipps dazu, wie Du Tätowierer werden kannst, zeigt Dir dieses Video:

 

Was kostet eine Tätowierer-Ausbildung und was verdienst Du als Tätowierer?

Tätowierer Ausbildung verdienstWenn Du eine Tätowierer Ausbildung Ausbildung machen möchtest, musst Du die Kosten dafür selbst tragen. Wie teuer die Ausbildung ist, hängt vom Anbieter ab. Die Kosten solltest Du aber nicht unterschätzen. Einfache Einsteigerkurse am Wochenende, bei denen Du ein wenig herumprobieren kannst, werden zwar schon für  200, 300 Euro  angeboten. Eine ernsthafte Ausbildung unter professioneller Anleitung kann aber gerne mit  2.000 Euro und mehr zu Buche schlagen.  Gleichzeitig muss Dir klar sein, dass Du durch eine Ausbildung lediglich den Grundstein legst. Bis Du ein gestandener Tätowierer bist und Dir einen Namen in der Szene gemacht hast, wirst Du viele Jahre Übung und Erfahrung brauchen.

Möchtest Du als Tätowierer arbeiten, brauchst Du in vielen Bundesländern mittlerweile einen Sachkundenachweis gemäß der Infektionshygieneverordnung. Bei professionell aufgebauten Lehrgängen ist dieser Sachkundenachweis in den Ausbildungskosten bereits enthalten. Andernfalls musst Du den Nachweis auf Deine Kosten nachholen.

Wie viel Du als Tätowierer verdienen wirst, lässt sich nicht pauschal sagen. Als grobe Richtlinie gilt, dass ein Tätowierer  meist einen Stundensatz von 100 Euro nimmt.  Dies klingt im ersten Moment viel. Du musst aber bedenken, dass in diesem Stundensatz alle Kosten enthalten sind. Also nicht nur Deine Arbeit, sondern auch die Vorarbeit, die Materialien, die Abgaben usw. Außerdem rechnest Du in aller Regel nicht nach Stunden ab, sondern legst den Preis für ein Tattoo fest. Du musst also vorher gut kalkulieren, wie lange Du für das Motiv brauchen wirst.

 

Wie sieht eine Bewerbung als Tätowierer aus?

Tätowierer Ausbildung BewerbungBewerbungen im klassischen Sinne gibt es unter Tätowierern praktisch nicht. Jobs werden auch in aller Regel nicht in Stellenangeboten ausgeschrieben. Die Szene kennt sich untereinander und deshalb ist der persönliche Kontakt wichtiger als irgendwelche Unterlagen. Möchtest Du als Tätowierer arbeiten, solltest Du Dich also direkt an Tattoostudios wenden. Mit ein bisschen Glück bekommst Du eine Chance und kannst zeigen, was Du draufhast. Statt einer klassischen Bewerbungsmappe solltest Du außerdem möglichst früh damit anfangen, eine Mappe mit Deinen Arbeiten anzulegen. In diese Mappe kannst Du zum einen Deine Zeichnungen und Entwürfe einheften. Zum anderen solltest Du die Tattoos, die Du gestochen hast, fotografieren. So hast Du einen Nachweis für Dein künstlerisches Talent. Gleichzeitig kannst Du Deine Mappe verwenden, um Kunden von Deinen Fähigkeiten als Tätowierer zu überzeugen. Weitere Informationen zur Tätowierer Ausbildung