Prüfungsangst
Unter Prüfungsangst versteht man im Allgemeinen eine Angst vor der Überprüfung der Fähigkeiten, egal in welchem Zusammenhang. Deutliche Anzeichen einer Prüfungsangst sind denen von allgemeinen Angststörungen sehr ähnlich: Magenschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl und ein Kribbeln in den Händen. Diese Symptome sind aber nicht gefährlich, sondern ein Zeichen extremer innerer Anspannung. Bei einigen Schulabgängern fängt diese Prüfungsangst schon bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz an. In diesen extremen Fällen ist die Angst vor einer Absage so groß, dass Bewerbungen zwar geschrieben aber nicht versendet werden. Oder aber die Angst vor einer Befragung ist so groß, dass Vorstellungsgespräche nicht wahrgenommen werden können. Bei den meisten Jugendlichen, die unter Prüfungsangst leiden, stellt sich diese jedoch in den eigentlichen Prüfungssituationen vor der Zwischen- und Abschlussprüfung heraus.
Auszubildende, die in den Klausuren sehr gute Ergebnisse erzielten, beim Austausch mit Mitschülern alle Antworten wussten, erleiden während der Prüfungssituation plötzlich einen Blackout. In diesem Fall sind viele nicht in der Lage, auch nur eine Antwort zu geben und haben sämtliches Wissen scheinbar vergessen. Bei den meisten Jugendlichen, die unter Prüfungsangst leiden, ist diese Angst schlagartig vorbei, sobald sie aus der Prüfungssituation heraus sind. In diesem Fall stellt sich auch das Wissen wieder ein und sie wären in der Lage, alle Fragen sofort zu beantworten. Zur Vermeidung und Bekämpfung von Prüfungsangst stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen gibt es einige gute und leicht zu erlernende Entspannungsübungen, die vor der Prüfung angewandt werden können. Hierzu gehören Atemtechniken, Muskelentspannungsübungen und geführtes, autogenes Training. Darüber hinaus ist es, wie bei allen Angsterkrankungen, wichtig, sich das Wesen der Angst vor Augen zu halten und perspektivisch zu betrachten. Außerdem helfen bestimmte Lernmechanismen und Konzentrationsübungen, die die Sicherheit geben, dass man den Stoff wirklich parat hat. Generell ist es normal, dass man vor einer Prüfung nervös ist und Angst hat, denn schließlich ist eine Prüfung eine Ausnahmesituation. Wer sich rechtzeitig vorher vorbereitet hat, sich Zeitfenster für private Aktivitäten und Entspannungen lässt und nicht erst ein paar Tage vor der anstehenden Prüfung mit dem Lernen beginnt, kann einer Prüfung relativ gelassen entgegengehen.
|